Der Klimawandel ist kein Märchen
Hier ist Platz für einen kleinen Einleitungstext zu Ziel und Anlass des Projekts und einführenden Worten zu den verschiedenen Märchen, die Lust aufs Lesen machen.
Hier ist Platz für einen kleinen Einleitungstext zu Ziel und Anlass des Projekts und einführenden Worten zu den verschiedenen Märchen, die Lust aufs Lesen machen.
Es war einmal…
Vor langer langer Zeit, als die Sterne noch jede Nacht so hell leuchteten und funkelten und es nie zu hell war für Mensch und Tier. Nicht für Eintagsfliegen, Nachtfalter und sonstiges Insektengetier, nicht für Amseln, die völlig aus dem Konzept gebracht, viel zu früh anfangen zu singen.
Es war einmal vor langer langer Zeit, als es für Mond und Sterne null Konkurrenz gab und die Nacht erst zum Morgen hin verschwand. Im Wald herrschte tiefste Dunkelheit, und nicht nur müde Kinder hatten echt Angst, den Weg nicht mehr zu finden. Ein Mädchen aber war furchtlos, überwand seine Scheu und dachte für sich:“Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben.“
Das tut es, und wir alle wissen, es wird reichlich belohnt. Vom Himmel fallen die Sterne und „waren lauter blanke Taler“, „und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an und das war von allerfeinstem Linnen. Da sammelte es die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.“
Hundert Milliarden Sterne leuchten und funkeln am Himmelszelt, immer noch, selbst für das arme Sterntaler-Mädchen wären das etwas zu viele gewesen. Hundert Milliarden Sterne in unserer Milchstraße und einer davon ist die Sonne. Gar nicht so besonders, wie viele glauben, fast ein gewöhnlicher Stern, und doch – so was berechnen schlaue Physikerinnen und Physiker – seit 4,5 Milliarden Jahren spendet sie uns Licht und Wärme, chemische Energie dagegen würde nur schlappe einige Tausend Jahre reichen.
Und obwohl das Sterntaler-Mädchen nichts weiß von Kern- und Quantenphysik, von Fusionsenergie und Magnetfeldern, ist es nicht nur mutig und hilfsbereit, sondern auch klug. Reich für sein Lebtag kauft es keine Strahler oder Lampen für Garten und Balkon, dafür aber als erstes ein Balkonkraftwerk. Das wird schnell montiert, der neue Nachbar – ein Prinz wäre toll – hilft! Reich für sein Lebtag investiert es in Photovoltaik und Sonnenkollektoren für Wärme und smarten Strom. Die Waschmaschine bleibt aus, wenn die Sonne mal nicht scheint, und strahlt sie vom Himmel, dann spart man reichlich Taler.
Der Garten bleibt trotzdem lauschig und dunkel. Und wenn sie nicht gestorben sind, das Sterntaler-Mädchen und der nette Nachbar, vielleicht ein Prinz, wer weiß, dann tanzen die Nachtfalter durchs Dunkel und die Amseln beginnen mit ihrem Gesang zur rechten Zeit. Die Sterne leuchten und funkeln am Himmelszelt, die Sonne wandert und wandert, steht mal höher, mal niedriger am Firmament und scheint, ach, wie gut, noch mindestens für fünf Milliarden Jahre!
© ac
Es war einmal…
Vor langer, langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat und am Ende alle noch lebten, obwohl vom bösen Wolf verschluckt oder grausam gefressen. Kaum zu glauben, aber es war einmal, dass eine Haube reichte, ganz tief ins Gesicht gezogen, um trotz Argwohn die Sache fast hätte schief gehen lassen.
Zugegeben, der Wolf sah verwunderlich aus – „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren?, für große Augen, für große Hände, für ein entsetzlich großes Maul?“ „Damit ich dich besser fressen kann!“ – und kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bett und verschlang das arme Rotkäppchen. Nur der Jäger hatte dann noch die rettende Idee!
Wir wissen, wie es endet, in den Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat: Alle drei waren vergnügt, der Jäger zog dem bösen Wolf den Pelz ab, die Großmutter aß den Kuchen, trank den Wein und erholte sich wieder. Und Rotkäppchen schwor sich, nie mehr vom Weg abzukommen, wenn’s doch verboten war.
Brav und hübsch sittsam tun, was einem aufgetragen, nicht vom Weg abkommen, damit man nicht fällt und Kuchen und Wein heil bleiben, immer nur lieb und freundlich – als ob das die einzige Option ist!
Ganz bestimmt nicht, und schon gar nicht in Zeiten, in denen das Wünschen allein nicht mehr hilft und jedes Rotkäppchen weiß, was für ein Tier der Wolf ist.
Schnappt euch ein Rad, mit dem Rad fährt man jedem Wolf davon! Vom Weg abkommen, immer tiefer in den Wald hinein, Umwege, die Welt erleben… alles kein Problem! Mit dem Rad ist Rotkäppchen auf jeden Fall schneller als der Wolf geglaubt! Kein Auto kommt da mit, kein Flugzeug, und man spart noch jede Menge CO2!
Und vielleicht, weil das Wünschen manchmal doch noch ein bisschen was hilft, hält neben dir, Rotkäppchen, an der Ampel, ein Rennrad! Auf dem Sattel ganz cool nicht der Wolf, sondern einer mit viel Jungens- Charme, ein bisschen so wie bei Dota, Achtung Märchen, der Kleingeldprinzessin. Nur netter! Und ihr steigt beide aufs Rad und ihr fahrt einfach los!
© ac
Es war einmal…
Vor langer langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, und am Ende alle noch lebten, wenn sie nicht gestorben sind, an Dornen, Gift oder allerlei Bedrohungen der besonderen Art – es war einmal auch diese unsägliche Hecke.
Hundert Jahre lang hatte sie das Schloss überwuchert, in dem alle tief schliefen, ob der Koch, der gerade angesetzt hatte, dem Küchenjungen eins hinter die Löffel zu geben, die Katze auf ihrer Jagd nach den Schlossmäusen, der Kammerdiener, die Zofe und natürlich Dornröschen. Hundert Jahre war es still, nur ab und zu ein leises Knacken, wenn die Knospen aufsprangen, ein kaum vernehmbares Zittern, wenn die Blätter fielen, zart und duftig, oder ein Säuseln, wenn der Wind die Ranken durchwehte.
Wie die Geschichte weitergeht, wissen wir alle. Nur das mit der Hecke bleibt ein Rätsel.
Wächst sie noch? Und bleibt es bei Rosen und Dornen? Oder kommen dazu das Pfaffenhütchen, der gemeine Spindelbaum, Schlehe und Sandorn, der Schneeball und die Fliederbeere? Hat der Gärtner heimlich eine Grauweide gepflanzt, und Holunder, Schneebeeren und Rote Heckenkirschen oder Felsenbirnen? Brummt und summt es hier zwischen Efeu und Waldrebe, klettert die Kriechrose und – jelängerjelieber – das Gartengeißblatt? Gibt es ab Frühling die schönsten Blüten der Welt, wachsen dort Früchte und freuen sich unsere Vögel?
Vielleicht ist es so gekommen, die Hecke darf wachsen und wuchern, über Beton und Putz und Mauerwerk. Und, angenommen, wir leben in Zeiten, in denen das Wünschen noch hilft, mindestens aber das Machen, Pflanzen und Begrünen, bleibt es nicht bei einer – Dornröschens – Hecke. An immer mehr Hauswänden sucht sich das Grün mit seinen kleinen Saugnäpfen, Klimmhaaren und Wurzeln einen guten Platz.
Und abends auf dem Sommer-Balkon, ob mit oder ohne Prinzessin, ist es lauschig kühl, es weht ein laues Lüftchen, wir hören das Rascheln der Blätter und vielleicht ab und zu einen singenden Gast, bis es ganz still wird,
dunkel und sich Tau bildet. Fast wie damals, vor langer langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, und am Ende alle noch lebten, wenn sie nicht gestorben sind, an Dornen, Gift oder allerlei Bedrohungen der besonderen Art.
© ac
Es war einmal…
Vor langer langer Zeit, da wimmelte es nur so von Gold, von goldenen Federn, goldenen Kugeln, drei goldenen Haaren und langen prächtigen Zöpfen, die schimmerten wie reines Gold, von einem goldenen Vöglein, einem Goldesel und einer goldenen Gans. Es war einmal in uralten Zeiten, dass sich Stroh zu Gold spinnen ließ, die brave Marie mit einem Goldregen überschüttet wurde, nachdem es ihr mit der Stiefmutter so unbarmherzig ergangen war, und für ein kleines Mädchen, das alles, was es hatte, verschenkte, die Sterne als goldene Taler vom Himmel fielen.
Nur bei „Rumpelstilzchen“ erfahren wir, dass es mit dem Gold so eine Sache ist – schließlich ist es ein echt gieriger König, der nicht genug davon kriegen kann, und Rumpelstilzchen, das böse und einsame Männlein, verlangt für seinen unerhörten Zauber mit dem Stroh das Kind der jungen Königin. „Nun gib mir, was du versprochen hast!“ Längst hatte die Königin das vergessen und erschrak ganz fürchterlich: Für keinen Reichtum der Welt soll Rumpelstilzchen das schöne Kind bekommen! Nicht für alles Gold, das im Schuppen lagert!
Wie gut, dass hier am Ende echte Tränen und ein Zufall die Geschichte so enden lassen, wie wir alle sie kennen. Das Gold ist noch da, aber die junge Königin hat nur noch Augen für ihr Kind!
Ach, wie gut, dass auch der Hans es nicht so mit dem Gold hat. Auf seiner Wanderung zurück nach Hause wird die Hitze immer drückender, der kopfgroße Goldklumpen immer schwerer, eine Last, an der er sich abschleppt, die ihm auf die Schulter drückt. Seelenfroh, frank und frei aber will er sein, ohne Ballast will er durchs Leben, befreit von allem, was er nicht braucht – vielleicht weiß er das noch nicht, als er sein Gold zum ersten Mal tauscht, gegen ein Pferd.
Aber nicht nur, dass das mit dem Hans fast durchgegangen wäre, Hans landet nach einer schnellen Runde im starken Trab im Straßengraben. Sein Gold, sein Pferd – auf jedem Klassentreffen wären die anderen vor Neid geplatzt, nur Hans will weder Gold noch Pferd, auch keine Kuh, mit der er nicht klar kommt, kein Schwein, das ihm Angst macht, weil es angeblich geklaut ist, keine Gans, deren Fett für ein viertel Jahr fürs Brot reichen und deren Federn ein prächtiges Kissen abgeben würden. Und auch die Steine, die ihm ein raffinierter Scherenschleifer andreht, will er nicht, auch sie drücken erbärmlich, er muss sie tragen, bewegt sich nur noch wie eine Schnecke, kommt kaum voran und schafft es fast nicht zum Brunnen, um sich endlich in dieser Hitze Wasser zu schöpfen. Die Steine plumpsen in die Tiefe, angeblich ohne Absicht, und Hans ist Gott sei Dank los, was ihm noch hinderlich gewesen wäre!
Hans braucht nicht dies oder das, keine Aldi Highlights der Woche, keinen Black Friday und kein Schnäppchen im Ausverkauf. Kein immer mehr, kein immer schneller! Hans braucht weniger zum Glück!
Und vielleicht, weil sehr gescheite Leute sich das heute so ausdenken und weil der Hans ein so glücklicher Mensch ist, wie es sonst keinen unter der Sonne gibt, ein Sonntagskind, ein Glückskind eben, vielleicht, weil das Wünschen manchmal doch hilft, klappt das Schritt für Schritt auch zuhause im Dorf mit neuen Ideen für ein gutes Leben, mit weniger Besitz und mehr Zeit. Nicht nur Hans braucht weniger zum Glück!
© ac
Es war einmal…
Vor langer langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, und am Ende alle noch lebten, wenn sie nicht gestorben sind, an Gift und Grausamkeit und Bösartigkeiten der fiesesten Art – es war einmal, vor langer langer Zeit, als es beim dritten Versuch, dem mit dem Gift im präparierten Apfel, wirklich fast alles schief gegangen wäre. Ein Biss, und Schneewittchen fiel um wie tot, und erst ganz am Ende fehlte dann doch nichts mehr zu seinem Glück, natürlich mit Prinz und Hochzeit und aller Pracht.
Mit „Pink Lady“ oder „Gala“, mit „Fuji“ oder was man heute noch sonst so im Supermarkt findet, hätte es mit den Plänen der bösen Königin ganz sicher geklappt. Die Dinger sind alles andere als robust, verzärtelt, empfindlich gegen Mehltau, Apfelschorf und grüne Blattläuse. Noch gruseliger wird es, wenn sich die Äpfel in Fruchtmumien verwandeln, der Feuerbrand eindringt oder sich die kleinen Raupen des Apfelwicklers vier Wochen lang am Kerngehäuse voll fressen! Rund 30 mal im Apfeljahr wird deswegen gespritzt! Am Ende steckt in jedem Apfelstückchen Chemie bis zum Umfallen! Frisch geerntet fallen „Gala“, „pink Lady“ und wie sie alle heißen in künstlichen Schlaf, notfalls bleiben sie –kein Märchen – in den Kühlkammern ewig jung und knackig, sie werden sortiert, verpackt und um die ganze Welt verschifft.
Und sie schmecken nicht oder zumindest alle gleich. Schneewittchen hätte nichts gesagt, den geschenkten Apfel, woher auch immer, brav verspeist und wäre niemals mehr zum Leben erwacht. Triumph der Heimtücke, aus die Maus und auch keine gerechte Strafe für die böse Königin.
Aber wir sind im Märchen, und es war einmal, als die Äpfel noch robust
waren, an Hochstämmen wuchsen, es kaum Mehltau, Apfelschorf und grüne Blattläuse gab. Dafür mehr als 1000 Sorten, ‚Prinzenapfel‘, ‚Berlepsch‘, ‚Ananasrenette‘, ‚Holsteiner Cox‘, ‚Roter Eiserapfel‘, ‚Glockenapfel‘, ‚Boikenapfel‘, den ‚Finkenwerder Prinz‘, ‚den Eifeler und den Lohrer Rambur‘, ‚die Zabergäu Renette‘, den ‚Altländer Pfannkuchenapfel‘, den ‚Lausitzer Nelkenapfel‘ und viele andere. Es wurde nicht 30mal im Jahr gespritzt, und kein Apfel schmeckte wie der andere, es gab keine Apfelallergien wegen irgendeines neuen Eiweißes.
Es gab schöne Kinder, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz, und neidische Stiefmütter, die sich echt etwas einfallen lassen mussten, voll gemein und fies. Und es gab heimische Äpfel , so gesund, dass selbst eine böse Dosis Gift am Ende den Guten nichts anhaben konnte.
© ac
Hier ist Platz für einen erklärenden Text zu Projektentstehung, Sponsoren etc.
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