Lautrer Schatten – ein partizipatives, soziokulturelles Projekt für Klima und Menschen
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von KlimaLautern und Engagierten der Lautrer Stadtgesellschaft
Ursprungsidee: Ina Bartenschlager und Petra Neumahr
Projektleitung: Petra Neumahr und Team „Lautrer Schatten“
Projektzeitraum: 10. Juni bis 29. August 2026
Kurzbeschreibung
Wenn in italienischen Gassen Wäsche auf Wäscheleinen trocknet, dann zeigt dies italienischen Alltag: Wäscheleinen von Haus zu Haus gespannt sind eine einfache, platzsparende Methode, Wäsche an der Luft zu trocknen. Diese Alltagsszenerie ist inzwischen Teil des kulturellen Gedächtnisses geworden, mit dem Europäer sofort Sommer, Sonne, Süden, Leichtigkeit und Dolce Vita verbinden.
Das Trocknen der Wäsche im Freien hat zudem klimatische Effekte: Mit der wandernden Sonne werfen die Wäschestücke Schatten auf die Gasse oder den Platz. Wind und zirkulierende Luft lassen die Wäsche flattern, ein Spiel aus Licht und Schatten belebt den Raum darunter. Und das Trocknen der Wäsche befeuchtet an heißen Sommertagen angenehm die Luft. Beim Auf- und Abhängen der Wäsche passiert noch mehr: Draußen, vor der Wohnungstür, treffen sich Nachbarn, tauschen sich aus, teilen ein Stück Alltag.
Dieses romantische, italienische Bild hat Ina Bartenschlager und Petra Neumahr zu einer Kunstinstallation inspiriert, bei der Wäsche in den Mittelpunkt gestellt wird. Wäsche ist meist eine alltägliche Notwendigkeit, manchmal auch ein sinnliches Vergnügen – immer aber ein Thema, zu dem alle einen Bezug haben und welches deshalb besonders niederschwellig ist.
Mit der Wäscheinstallation werden in Kaiserslautern keine italienischen Verhältnisse zu schaffen sein. Aber eine Kunstinstallation mit an Wäscheleinen erinnernden Seilen und ästhetisch arrangierten Wäschestücken (gespendet aus den Schränken Lautrer Bürger) kann Beschattung, Kühlung und damit Belebung von versiegelten und aufgeheizten Plätzen bewirken. Dies bringt mehr Aufenthaltsqualität und damit mehr Platz in die Innenstadt, der für Begegnung und Austausch, Spielen, Beobachten, kulturelle Open-Air-Events oder zum Ausruhen und mehr zur Verfügung steht.
Für die Kunstinstallation bzw. die temporäre Umnutzung ist der Platz westlich der Tourist-Info im Sommer 2026 vorgesehen.
Urlaubsflair am „Lautrer Schatten”-Platz
Sommer 2026: Fröhlich flattert weiße Bett- und Tischwäsche im leichten Sommerwind, dazwischen bunte Eyecatcher, von Gruppen eigens für die Installation gestaltet. Von A wie Altenheim bis V wie Vielfalter e.V. – Lautrer Gruppen sind Teil der Installation. Licht und Schatten tanzen über den Platz, mobile Sitzgelegenheiten laden Passanten zum Staunen und Verweilen ein. Alle nutzen den Platz nach Lust und Laune – ob zum kleinen Picknick mit der Nachbarin, zum Spielen, zum Zeitunglesen, zum Diskutieren, zur Bridge-Runde an der frischen Luft, zum Architektur-Seminar, zur Vereinssitzung in neuem Ambiente. Darüber hinaus ergibt sich vielleicht ein spannendes kulturelles Programm oder eine Bühne für alle, die sich mehr Sichtbarkeit wünschen. Das alles für „umme“, da konsumfreie Zone und für alle niederschwellig nutzbar.
Sommer, Sonne, Süden – Leichtigkeit und Lebensfreude, ein Hauch Bella Italia und Dolce Vita mitten in der Westpfälzer Metropole.
Und dabei ist das Ambiente nur ein Nebeneffekt! Die aufgehängten Wäschestücke spenden am Tag Schatten, das Spiel von Licht und Schatten sowie die Farben beleben den Platz. Der sonst an sonnigen Tagen eher unwirtliche Platz verwandelt sich in einen Platz mit echter Aufenthaltsqualität. An regnerischen Tagen nimmt die Wäsche das kühlende Nass auf, um es zeitverzögert durch Verdunstung wieder abzugeben.
Projektziele
Das zeitlich befristete Popup-Projekt ist als Experiment angelegt. Auf einer kleinen Fläche soll getestet werden, ob bzw. unter welchen Bedingungen unten stehende Ziele erreicht werden können. Außerdem bietet das Sich-Finden und Zusammenwirken verschiedenster Akteure alle Chancen, die sich dauerhaft aus neu entstehenden Vernetzungen ergeben. Im günstigsten Fall ergeben sich wertvolle neue Strukturen und Erfahrungen für alle Beteiligten, die für zukünftige Projekte genutzt werden können. Das Ganze könnte als Blaupause für Größeres in den folgenden Jahren genutzt bzw. als Testlauf und Impulsgeber gesehen werden. Somit handelt es sich nicht nur um eine Kunstinstallation, sondern um ein sozio-kulturelles, partizipatives Projekt experimenteller Art mit visionärem Charakter.
- Hauptziel ist die Belebung und Beschattung des Platzes während der Sommerzeit. Durch die Installation sowie den Schattenwurf der Wäsche wird die Aufenthaltsqualität auf dem Platz gesteigert, Neugierde und Lust zum Verweilen werden geweckt. Stadtplaner messen die Aufenthaltsqualität in Innenstädten u.a. an der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Mehr Schatten trägt dazu bei, längere Zeit zu verweilen, statt versiegelte, aufgeheizte und kaum begrünte Plätze und Straßen aufgrund der Hitze schnellstmöglich zu überqueren.
- Kaiserslautern zeigt sich als diskussionsfreudige und für konstruktive Kritik aus der Bevölkerung offene Stadt. Das Projekt ermöglicht allen, die mit der derzeitigen baulichen Gestaltung von Innenstadtplätzen unzufrieden sind, sich konstruktiv an der Suche nach Lösungen zu beteiligen. Alle können auf individuell unterschiedliche Weise ihren Teil zum Erfolg des Projekts beitragen. Die Bürger können zeigen, dass sie an einer, wenn auch nur vorübergehenden, Veränderung des Status quo interessiert und bereit sind, sich dafür zu engagieren. Die niederschwelligste Form des Engagements im Projekt dürfte darin bestehen, nicht genutzte Wäsche für die Installation zu spenden. Nachhaltigkeit steht im Fokus, Gegebenes wird genutzt, Neuanschaffungen vermieden.
- Nicht zuletzt können Bürger auf kreative Art und Weise zeigen, für welche Zwecke ein schattiger Platz inmitten der Stadt genutzt werden kann – gern auch in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren wie der Kulturszene, Schulklassen, Klima- und Naturschutzgruppen oder sozialen Initiativen.
- Nichts wirkt Vorurteilen und Abschottungstendenzen unterschiedlicher Gruppen mehr entgegen als Austausch und Begegnung. Dazu braucht es einladende und konsumfreie Orte. Der „Lautrer Schatten“-Platz könnte zu einem Ort werden, an dem Offenheit und Toleranz gelebt und geübt werden. Das wäre eine besonders niederschwellige Form von Demokratieförderung.
Lautrer Schatten – ein Experiment zwischen Vision und Wirklichkeit
Da war am Anfang die Idee von Leichtigkeit, Schatten und italienischem Flair mitten in der Kaiserslauterer Innenstadt – 10 Wochen lang ein Platz fürs coole Sommer-Leben. Die Wirklichkeit sieht am Ende dann doch anders aus: hohe Traversen und Seile aus Stahl, Beton und Wassertanks zur Stabilisierung. Und doch, Sommer und Schatten, das bleibt. Auf den Leinen hängt weiße Wäsche, dazwischen bunt gestaltete Laken von Gruppen aus der Lauterer Stadtgesellschaft. Der Lautrer Schatten ist und bleibt ein Experiment, also offen, ungewiss, ständig nach kreativen Antworten suchend, ganz schön aufregend und auf jeden Fall spannend.
Realisierung
Nach einem langen Weg mit vielen Höhen und Tiefen, Rückschlägen und Überraschungen steht nun fest: Am 10. Juni 2026 werden wir den zurzeit unwirtlichen Platz westlich der Tourist-Info für zehn Wochen in einen attraktiven, lebendigen und konsumfreien Ort verwandeln, der auch aufgrund seiner zentralen Lage nicht zu übersehen sein wird. Aus der ursprünglichen Idee sind nun zwei Projekte entstanden, die sich wunderbar ergänzen:
- „Italienisches Flair in der Innenstadt“ mit dem Schwerpunkt, durch die Installation schattenspendender Elemente die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern (gefördert über das Landesprogramm „Innenstadtimpulse“ und das Citymanagement der Stadt)
- „Lautrer Schatten – Kunst und Kultur für Menschen und Klima – ein partizipatives Projekt für Kaiserslauterns Innenstadt“, mit dem Schwerpunkt Soziokultur (gefördert vom Kultursommer Rheinland-Pfalz, der Zukunftsregion Westpfalz e.V. und der SWK)
Was bisher geschah
Die Vorbereitungen für die Installation sind in vollem Gang. „Wäsche gesucht“ hieß es in der Presse, auf Postkarten, einer Infoveranstaltung und von Mund zu Mund. Und die Lauterer Bürger spendeten unzählige Schätze. In einer Aktion am 7. Mai wurden die weißen Stücke mit Helfern zugeschnitten und für die Hängung vorbereitet. Parallel dazu wurden 12 Laken an interessierte Gruppen ausgehändigt und bunt gestaltet. Zahlreiche Initiativen wurden aktiv zur Beteiligung am Programm eingeladen und bei Interesse beraten und begleitet. Weiter geht’s mit dem Aufbau am 9. Juni, einer offiziellen Eröffnung am 10. Juni, einer Beteiligung an der Langen Nacht der Kultur am 13. Juli, und schon vielen weiteren geplanten Aktivitäten. Ganz bewusst entsteht hier – mitten im Trubel – ein Platz zum Innehalten, eine Ruheinsel für den vielleicht übervollen Kopf und müde Füße, zum Reden oder Träumen.
Am Ende des Sommers, am 29. August, dann eine Finissage, dazwischen 10 Wochen lang ein buntes Programm, gestaltet mit einer Vielzahl von Aktiven aus der Stadt. Aus vielen Fragezeichen, die es im Moment noch gibt, werden am Ende ganz bestimmt viele Ausrufezeichen. Der Lautrer Schatten ist ein Experiment voller Überraschungen, lebendig und bunt.
Wir brauchen eure Unterstützung!

Ihr habt gute Ideen für eine Sommer-Aktion? Ihr wollt euch einbringen? Ihr möchtet etwas zeigen, vorführen, mit anderen singen, spielen, etwas gestalten? Sucht einen Termin und legt einfach los! Ihr braucht dazu eine Sondernutzungsgenehmigung, je nach Veranstaltung mindestens 3 Wochen vorher als formloser Antrag einzureichen bei sondernutzung-61@kaiserslautern.de und koordinierung-veranstaltungen@kaiserslautern.de. Meldet euch gerne bei info@klimalautern.de, wenn wir unterstützen können.
Aktuelle Entwicklungen zum Projekt kannst du auf Instagram verfolgen: lautrerschatten








