Stellungnahme zur kommunalen Wärmeplanung Kaiserslautern

Am 11.05.2026 hat der Stadtrat den Wärmeplan in Kaiserslautern beschlossen. Zuvor haben wir mit KlimaLautern den Prozess zur Erstellung im Rahmen des kommunalen Wärmetischs begleitet. Bis Ende Februar bestand die Möglichkeit sich in Form von Stellungnahmen zum damaligen Entwurf zu äußern. Von dieser Möglichkeit haben wir Gebrauch gemacht und veröffentlichen nun unsere Stellungnahme auf unserer Webseite.

Mehr Informationen zum aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung sind zudem auf der Webseite der Stadt zu finden. Die gesammelten Stellungnahmen und der Umgang hiermit kann zudem hier nachgelesen werden.

Gutes Fundament mit Ausbaupotenzial
auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung

KlimaLautern begrüßt, dass die Stadt mit der Fertigstellung des Wärmeplans eine klare Richtung für die Entwicklung der Wärmegewinnung in Kaiserslautern vorgibt. Jetzt gilt es, die enthaltenen Maßnahmen zeitnah und verbindlich umzusetzen, sowie Bürger:innen mit wirksamer Öffentlichkeitsarbeit über die Vorgaben, Rahmenbedingungen zu informieren.

Wir begrüßen die ambitionierte Zielsetzung und ausführliche Analyse rund um Potenziale und das Zielszenario der Wärmeplanung. Konkret beziehen wir zu den folgenden Punkten zusätzlich Stellung und halten gewisse Nachbesserungen für eine zukunftsfeste Wärmeplanung in Kaiserslautern für unumgänglich:

Stilllegung des Erdgasnetzes

Der Wärmeplan vernachlässigt eine zentrale Säule der Wärmeversorgung: die Gasverteilnetze. Doch deren Betrieb wird unrentabel, lange bevor der letzte Haushalt abgekoppelt ist. Zögert der Netzbetreiber die Stilllegung hinaus, explodieren die Kosten für die verbleibenden Gaskund:innen. Der Ausstieg aus der Gasversorgung erfordert daher eine gemeinsame Planung von Kommune und Netzbetreiber. Zunächst muss der Netzbetreiber analysieren, wann die Gasnachfrage in den Teilgebieten den wirtschaftlichen Kipppunkt (ab dem der Betrieb unwirtschaftlich wird) erreicht. Orientierung hierfür können sicherlich auch die Wärmeversorgungsgebiete im Wärmeplan bieten. Die Stadtverwaltung sollte sich für eine geordnete Stilllegung der Netze einsetzen und den Prozess mit einem transparenten Kommunikationskonzept begleiten. Ohne proaktives Handeln drohen den letzten Gaskund:innen unkalkulierbare Belastungen. Hierzu braucht es zeitnah klare Analysen, verbindliche Zeitpläne und eine offene Kommunikation.

Dekarbonisierung der Fernwärme

Der aktuelle Entwurf zur Wärmeplanung enthält keine ausreichende Strategie zur Dekarbonisierung der Fernwärme. Zwar ist das Tiefengeothermie-Projekt der SWK ein wichtiger Ansatz, doch fehlt ein konkreter Fahrplan, wie die fossile Fernwärme bis 2040 klimaneutral gestaltet werden soll. Diese Lücke wird dadurch vertieft, dass im Factsheet und der Potenzialanalyse nicht systematisch zwischen den Anforderungen der Fernwärme und dezentralen Gebieten unterschieden wird – obwohl beide Bereiche unterschiedliche Lösungsansätze erfordern. Auch wenn die SWK die operative Verantwortung trägt, sollte auch die Wärmeplanung selbst eine klare und nachvollziehbare Strategie zur Dekarbonisierung der Fernwärme aufzeigen. Ein positives Beispiel hierfür ist die Stadt Hannover, deren Wärmeplanung einen ausführlichen und transparenten Sachstand zur Fernwärmedekarbonisierung enthält. Kaiserslautern sollte diesem Beispiel folgen und eine eigene, verbindliche Dekarbonisierungsstrategie für die Fernwärme vorlegen.

Bio-Methan ist keine klimaneutrale Alternative!

Der Wärmeplanungsbericht geht davon aus, dass Biomethan in den verbleibenden gasversorgten Gebieten „in bedarfsdeckender Menge“ verfügbar sein wird (S. 62, Kap. 5.2). Diese Einschätzung ist jedoch nicht nachvollziehbar und widerspricht den eigenen Daten des Berichts:

Das lokale Biogaspotenzial wird vom Fraunhofer ISE mit nur 35 GWh/a beziffert (S. 47, Kap. 4.2.5) – selbst bei vollständiger Nutzung könnten damit nur 4,3 % des Wärmebedarfs von 807 GWh/a gedeckt werden (vgl. Abbildung 45, S. 60). Eine „bedarfsdeckende“ Versorgung wäre nur durch teure Importe möglich, was weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Zudem besteht eine starke Konkurrenz um Biogas, was die Verfügbarkeit für die Wärmeversorgung weiter verringert. Wir fordern, diese Passage zu überarbeiten und klarzustellen, dass Biomethan keine langfristige Lösung für die Wärmeversorgung darstellt.

Insbesondere gilt: Biomethan ist keine klimaneutrale Lösung! Zwar wird bei der Verbrennung nur das zuvor gebundene CO₂ freigesetzt, doch Methanemissionen entlang der gesamten Kette – von der Produktion über Leckagen bis zur Verbrennung – machen Biogas zu einer erheblichen Klimabelastung. Methan ist als Treibhausgas über 25-mal wirksamer als CO₂ und hebt den theoretischen Klimavorteil oft auf. Zudem verursachen Düngemittel, Flächenkonkurrenz und der Energieaufwand für die Aufbereitung zusätzliche Emissionen, die in der Bilanz häufig unberücksichtigt bleiben. Eine klimagerechte Wärmewende muss daher auf echte Null-Emissions-Technologien setzen und darf sich nicht auf Biogas als „Brückentechnologie“ verlassen.

Sanierung kommunaler Wohnungsgesellschaften

Die Kommune lässt die in ihrem Einfluss befindlichen Gebäude der Bau AG komplett außen vor. Dabei wäre es ihre Aufgabe, als Vorbild voranzugehen. Der zu 100% im Besitz von Kaiserslautern stehenden Bau AG gehören fast 10 Prozent (etwa 5.000 Wohnungen der Bau AG zu etwa 60.000 Wohnungen in KL – Quellen: Geschäftsbericht Bau AG 2024 S. 15 & Wohnungsmarktanalyse Kaiserslautern Abschlussbericht 2020 S. 7) des Wohnungsbestandes in der Stadt. Sie verantworten damit einen substanziellen Bestandteil der Gebäude und sollten entsprechend eine großangelegte Sanierungsoffensive starten. Als Eigentümerin sollte die Stadt dafür eintreten, dass diese Sanierungen „warmmietenneutral“ ablaufen, damit Mietende nicht überproportional mit steigenden Wohnkosten konfrontiert werden.

Berücksichtigung von Wärmespeichern

Wärmespeicher werden im Wärmeplanungsbericht nur am Rande erwähnt (z. B. bei Industrieabwärme, S. 50), in der Potenzialübersicht (S. 56, Kap. 4.4) fehlen sie jedoch komplett.

Während Wasserstoff oder Biomethan eigene Kapitel erhalten, fehlt eine systematische Auseinandersetzung mit der Rolle von Wärmespeichern. Unklar bleibt: Wie die Stadt Speicherlösungen einsetzen will, Welche Technologien geprüft werden und wie sie fossile Backup-Systeme ersetzen. Dabei sind Wärmespeicher ein entscheidender Hebel für die klimaneutrale Wärmewende auf lokaler Ebene – wie das Vorbild Rostock zeigt: Dort speichern saisonale Großspeicher (z. B. 50.000 m³-Erdbeckenspeicher) Sommerwärme für den Winter und optimieren die Netzauslastung (vgl. Wärmeplan Rostock 2022). Hier muss das Konzept nachgebessert werden, um Transparenz und Planungssicherheit zu schaffen.

Fortbildungsangebote für Handwerker:innen

Es gilt, jährlich mindestens 500 Gebäude in Kaiserslautern energetisch zu sanieren und den Umstieg von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen aktiv zu fördern. Um Engpässe bei der Umsetzung zu vermeiden, sollte eine städtische Plattform etabliert werden, die relevante Fachakteure – Energieberater, Handwerksbetriebe, Heizungsinstallateure und Elektrotechniker – aktiv einbindet und durch Information, Schulungen und Seminare unterstützt. Eine Beteiligung von Handwerkskammer, Berufsschule, Meisterschule, Hochschule und RPTU wäre dabei ausdrücklich wünschenswert. Als Vorbild kann die Wärmewende-Akademie Mannheim dienen, die seit ihrer Eröffnung im November 2024 bereits über 90 Handwerksbetriebe geschult hat und bundesweit als beispielgebende Einrichtung gilt. Kaiserslautern sollte diesem Modell folgen und vergleichbare Einrichtungen im Rahmen der Maßnahme KWP 2-2 einbinden und etablieren.

Ausschluss von Wasserstoff

Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Wärmeplanungsbericht die Nutzung von Wasserstoff für Heizzwecke ausschließt. Die dargelegten Gründe – fehlende Verfügbarkeit, hohe Kosten und die Konkurrenz zu anderen Sektoren – sind nachvollziehbar und richtig. Wasserstoff wird auch langfristig keine wirtschaftliche Lösung für die Wärmeversorgung von Gebäuden darstellen, da die Priorisierung für Hochtemperaturprozesse und Mobilität sinnvoll und notwendig ist.

Allerdings sollte die Stadt klarstellen, dass Wasserstoff auch über 2040 hinaus keine Option für die Gebäudebeheizung sein wird. Eine offene Formulierung könnte sonst falsche Erwartungen wecken. Die konsequente Fokussierung auf effizientere Lösungen wie Wärmepumpen, Fern- und Nahwärme ist der richtige Weg – und dieser sollte in der Planung eindeutig und verbindlich verankert werden.

Passgenauigkeit von Maßnahmen und Zielszenario

Im aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung sehen wir insbesondere in der Passgenauigkeit der entwickelten Maßnahmen und dem aufgezeigten Zielszenario noch Verbesserungsbedarf. Bisher fehlt noch ein klarer Plan für die Realisierung des angestrebten Ziels anhand der dargestellten Maßnahmen. Dies wird unter anderem auch dadurch verstärkt, dass im Rahmen der Maßnahmenbeschreibungen die Meilensteine der Maßnahmen nur in wenigen Fällen tatsächliche Zeitangaben enthalten und ansonsten im Zeithorizont relativ vage bleiben. Im Einzelnen gehen die Maßnahmen auch ihren Beitrag zur Zielerreichung ein, jedoch fehlt eine Gesamteinschätzung, inwiefern mithilfe der entwickelten Maßnahmen das Gesamtziel erreicht werden kann, um strategische Sicherheit in der Dekarbonisierung der Lautrer Wärmeversorgung sicherzustellen und überprüfbar zu machen.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir begrüßen, dass die Stadt Kaiserslautern mit der Kommunikationsstrategie geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit vorsieht und Beratungsangebote schaffen möchte. Diese Maßnahmen sind essenziell, um Akzeptanz zu schaffen und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu gestalten.

Jetzt kommt es auf die zügige Umsetzung an: Die geplanten Formate – von Bürgerberatungen über Social-Media-Kampagnen bis hin zur abgestimmten Kommunikation aller Akteure – müssen unverzüglich und mit sichtbarer Priorität gestartet werden. Nur so lässt sich das notwendige Vertrauen aufbauen und die Wärmewende als gemeinsames Projekt erfolgreich vorantreiben.

Potenzial von Abwasserwärme an der Kläranlage

Das Potenzial der Abwasserwärme an der Kläranlage Kaiserslautern wurde in der Wärmeplanung unserer Einschätzung nach nicht ausreichend berücksichtigt – so findet es sich etwa nicht in Tabelle 9 (S. 56) wieder. Auch wenn eine genaue Quantifizierung im Rahmen der Erhebung nicht möglich war (vgl. S. 49), hätten Vergleichswerte zumindest grobe Schätzungen erlaubt: Die Stadt Lemgo (40.000 Einw., NRW) gewinnt aus der Abwärme ihrer Kläranlage 18 GWh/a. Übertragen auf Kaiserslautern ergibt sich somit ein geschätztes Potenzial von rund 40 GWh/a – entsprechend etwa 20 % des aktuellen Fernwärmebedarfs. Auf Basis dieser Schätzung erachten wir es für notwendig, die Planungen zur Nutzung dieses Potenzials parallel zur weiteren Quantifizierung zu beginnen, um die Dekarbonisierung der Fernwärme zügig voranzutreiben.

Repräsentation von Potenzialen im Zielszenario

Um die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, müssen die ermittelten Potenziale konsequent genutzt und im Zielszenario abgebildet werden. Hier besteht Nachbesserungsbedarf: Insbesondere bei der Dekarbonisierung der Fernwärme bleibt das Zielszenario vage, und Potenziale wie die Abwasserwärme werden nicht ausreichend berücksichtigt. Stattdessen verbleiben mit Biomasse und Biomethan Energieträger im Szenario, die potenziell weiterhin Emissionen verursachen – dies ist mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 nicht vereinbar. Darüber hinaus fehlt eine angemessene Prüfung ausreichend großer Wärmespeicher, obwohl diese für die Umstellung der Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energien in der Regel unerlässlich sind.

Power-to-Heat bleibt eine Nischenlösung

Der aktuelle Entwurf der Wärmeplanung vernachlässigt die Unterschiede innerhalb der Power-to-Heat-Technologien und lässt damit eine klare Priorisierung vermissen. So sollte deutlicher hervorgehoben werden, dass Wärmepumpen gegenüber Elektrokesseln deutlich effizienter sind, da sie nicht direkt Strom in Wärme umwandeln, sondern Umgebungswärme nutzbar machen und dabei Wirkungsgrade deutlich über 100 % erreichen können. Der Einsatz von Elektrokesseln ist daher nur dann sinnvoll, wenn überschüssiger erneuerbarer Strom verfügbar ist, und sollte idealerweise in Kombination mit Wärmespeichern erfolgen. Auch zur Deckung von Lastspitzen kann diese Technologie einen wichtigen Beitrag leisten. In der aktuellen Fassung der Wärmeplanung geht dies aber noch nicht deutlich genug hervor. Insbesondere stellen Hybridsysteme, die mit chemischen Brennstoffen betrieben werden keine geeignete Lösung zur klimaneutralen Wärmeversorgung der Grundlast dar, wenn Brennstoffe entweder nicht klimaneutral oder kaum verfügbar sein werden.

Wir testen das P+R-Angebot: vom Messeplatz in die Innenstadt!

Worum geht es?

Für eine Mobilitätswende in Kaiserslautern sollte verstärkt auf Fußverkehr, Radverkehr und öffentliche Verkehrsmittel gesetzt werden.

Trotzdem wird es weiterhin Menschen geben, die auf das Auto für den Weg nach Kaiserslautern angewiesen sind.

Für diese Menschen gibt es das Park-and-Ride-Angebot vom Messeplatz in die Innenstadt. Autofahrende können für nur einen Euro einen Tag lang auf dem Messeplatz parken. Für das Parkticket erhalten sie dann einen kostenlosen Busfahrschein für die Fahrt in die Stadtmitte und zurück. Der Fahrschein gilt für bis zu fünf Personen.

Wir halten das für ein gutes Konzept.

Menschen, die auf das Auto für die Fahrt nach Kaiserslautern angewiesen sind,

  • müssen nicht in der Kernstadt parken,
  • entlasten so den Verkehr dort
  • verringern die Anzahl der PKWs, die in der Kernstadt Parkplätze belegen
  • können stressfrei in die Innenstadt kommen
  • sparen Parkgebühren

Wir hatten aber den Eindruck, dass das Angebot immer noch zu wenig bekannt ist und zu wenig genutzt wird und haben daher in der Sitzung des Stadtrats am 3. Februar 2025 eine Anfrage dazu gestellt.

Was sagt die Stadtverwaltung dazu?

Am 26. Februar 2025 haben wir ein Antwortschreiben von der Oberbürgermeisterin Beate Kimmel zu unserer Anfrage erhalten.

Die wichtigsten Informationen in dem Schreiben sind:

  • Es wird auf die Verlängerung des Angebots durch den Stadtratsbeschluss vom 9. September 2024 verwiesen (Anmerkung von uns dazu: damit geht es offenbar mit dem Angebot dauerhaft weiter)
  • Das Angebot wurde bisher über grundlegende Hinweisschilder vor Ort, Informationen auf der Homepage der Stadt und durch Pressemitteilungen bekannt gemacht
  • Das Angebot soll in den nächsten Monaten noch stärker beworben werden (in der Stadt-App, im Internet und über Werbebanner an den Stadteingängen). Aufträge dazu wurden erteilt
  • Das Angebot wird bereits verstärkt genutzt. Der Höchstwert waren 202 Fahrausweise im Dezember 2024, nach 107 Fahrausweisen im September und noch deutlich weniger in den Monaten davor

Die Informationen können auch im Artikel „Messeplatz: Dezember bringt Rekord bei P+R“ vom 03.03.2025 in der Rheinpfalz nachgelesen werden. Der Artikel gibt den Inhalt des Antwortschreibens der Stadtverwaltung gut wieder.

Was sagen Menschen dazu, die das Angebot nutzen?

In einem Leserbrief, veröffentlicht am 06.03.2025 in der Rheinpfalz, schreibt ein Benutzer, dass das Angebot problemlos genutzt werden konnte. Vom Busfahrer wurde der Parkschein akzeptiert. Aber es wurde kein Busfahrschein erstellt. Vom Schreiber des Leserbriefes wurde vermutet, dass diese Fahrt dann auch nicht in der Statistik erfasst wurde und dass das Angebot tatsächlich noch mehr genutzt wird, als die aktuellen Zahlen wiedergeben.

Wir wollen uns selbst ein Bild machen

Am 14. März haben wir das P+R-Angebot selbst ausprobiert. Wir wollten sehen, wie das Angebot funktioniert und was noch verbessert werden kann.

Anfahrt und Hinweise zum Angebot

Mit dem Auto fahren wir zum Messeplatz. Es fällt auf, dass es keine Beschilderung bzw. keine Wegweiser gibt, die auf das P+R-Angebot hinweisen bzw. dort hinführen. Weil wir das Angebot schon kennen, ist das für uns erst einmal kein Problem. Für Menschen, die das Angebot nicht kennen oder spontan nutzen wollen, ist ein Hinweis aber wichtig.


An den Zufahrtsstraßen gibt es keine Hinweisschilder zum Angebot, ein ergänzendes „P+R“-Schild wäre prima


Auch an den Einfahrten zum Messeplatz gibt es keine Information. Hier lässt sich sicher noch ein Platz für das „P+R“-Hinweisschild finden

 


Vielleicht könnte man diese gut sichtbare Werbetafel an der Einfahrt zum Messeplatz mit einem Hinweis auf das P+R-Angebot bestücken?

Parkplatzsuche

Wir suchen uns einen Parkplatz. An unserem Testtag gibt es gegen 17:00 Uhr genug freie Parkplätze.

Noch sehr viele freie Plätze auf dem Messeplatz…

Der Parkscheinkauf

Nach dem Parken schauen wir, wie das P+R-Angebot ausgeschildert ist und wo wir unseren Parkschein kaufen können.


Beim ersten Automaten: kein Hinweis aus der Entfernung zum P+R-Angebot erkennbar


Auf halber Höhe des Parkscheinautomaten der Hinweis zum P+R-Angebot, auch mit der Wegbeschreibung zur Haltestelle (markiert im Bild mit einem roten Rahmen). Wir kaufen hier das Parkticket für einen Euro


Beim zweiten Parkautomaten gibt es neben dem Hinweis auf dem Automaten auch ein zweites Hinweisschild zum Angebot

Der Weg zu den Bushaltestellen

An den Parkautomaten gibt es auch eine Wegbeschreibung zur Bushaltestelle „Altenwoogstraße“. Aber es sind doch ein paar Meter bis dorthin zu laufen und der Weg ist vielleicht nicht für alle klar. Hier sind zusätzliche Wegweisungen sinnvoll. Wie wäre es zum Beispiel mit Markierungen auf dem Gehweg, die den Weg zur Haltestelle zeigen?

Die Entfernung vom Parkscheinautomaten bis zur Haltestelle „Altenwoogstraße“ beträgt etwa 300 Meter, bis zur alternativen Haltestelle „Messeplatz“ sind es 350 Meter. Könnten die Wege vielleicht verkürzt werden? Ideal wäre eine Bushaltestelle direkt am Messeplatz, aber das ist vermutlich schwierig mit dem Verlauf der Buslinien vereinbar. Eine Bushaltestelle in direkter Nähe zur Ampel wäre aber schon einmal hilfreich.


Beginn des Weges zur Haltestelle, ohne weitere Hinweise oder Markierungen


Über die Ampel. Von dort sind es noch einige Meter zur Haltestelle


Die letzten Meter bis zur Haltestelle. Auch hier gibt es keine Hinweise, dass wir auf dem richtigen Weg sind

Busfahrschein

Die Ausstellung des P+R-Busfahrscheins hat prima funktioniert. Wir haben diesen nach Vorzeigen des Parkscheins ohne weitere Hinweise vom Busfahrer erhalten. Hier hat es offenbar schon eine Verbesserung gegeben.


Der Bus kommt…


Die Ausstellung des P+R-Busfahrscheins hat prima funktioniert

Haltestellen in der Innenstadt

Für Ortsunkundige ist es nicht so ganz einfach die passende Haltestelle zu finden. Wir kennen uns gut in der Stadt aus, bedingt durch die Baustellen haben wir aber den besten Zeitpunkt für den Ausstieg verpasst und sind noch einmal eine Runde um die Innenstadt bis zur Haltestelle Maxstraße gefahren.


Blick aus dem Bus nach draußen: wo am besten aussteigen?


Schließlich der Ausstieg in der Maxstraße

Der Rückweg zum Messeplatz

Eine geeignete Haltestelle für die Rückfahrt mussten wir noch etwas suchen.


Suche nach einer passenden Haltestelle


Einstieg an der Haltestelle „Synagogenplatz“


Wir steigen an der Haltestelle „Messeplatz“ aus und laufen die letzten 300 Meter zum Auto

Unser Fazit

Was ist gut?

  • Das Angebot ist vorhanden
  • Grundlegende Hinweise und Beschilderungen sind vorhanden und die Fahrscheinerstellung funktioniert

Was könnte verbessert werden?

  • Hinweisschilder an den Zufahrtswegen und an den Einfahrten zum Messeplatz für Ortsunkundige und Menschen, die das Angebot spontan nutzen
  • Bushaltestellen näher am Messeplatz
  • Eine bessere Wegweisung vom Messeplatz zu den Bushaltestellen
  • Vereinfachung bei der Suche nach passenden Bushaltestellen in der Stadtmitte
  • Ausblick: Schaffung von Lademöglichkeiten für E-Autos

Stellungnahme zur geplanten Fahrradstraße in der Augusta- und Parkstraße in Kaiserslautern

Im Rahmen unserer Tätigkeit für KlimaLautern e.V. möchten wir die große Bedeutung der geplanten Fahrradstraße in der Augusta- und Parkstraße hervorheben. Das nun geplante und vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Vorhaben ist weit mehr als ein Schritt in die richtige Richtung – es ist ein entscheidender Meilenstein für die Mobilitätswende in Kaiserslautern.

Die neue Fahrradstraße ist ein Leuchtturmprojekt für den Radverkehr und markiert den Auftakt, Kaiserslautern zu einer nachhaltig orientierten Fahrradstadt zu entwickeln. Mit dieser wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen Stadtpark und Volkspark wird eine sichere, attraktive und zukunftsweisende Infrastruktur geschaffen, die das Radfahren für alle Bürgerinnen und Bürger deutlich zugänglicher und angenehmer macht.

Mit der neuen Fahrradstraße steht und fällt die Chance, Kaiserslautern als Vorreiter einer nachhaltigen Verkehrsgestaltung in der Region zu etablieren. Das Projekt zeigt deutlich, dass klimafreundliche Mobilität nicht länger eine bloße Vision ist, sondern zur greifbaren Realität wird. Die Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz unterstreicht die überregionale Bedeutung dieses Projekts und sendet ein klares Signal für die Relevanz des Radverkehrs.

Radverkehr spielt eine entscheidende Rolle für Kinder und ältere Menschen, da er Teilhabe ermöglicht. Insbesondere Kinder sind oft auf das Fahrrad angewiesen, da es neben dem öffentlichen Nahverkehr häufig die einzige Möglichkeit bietet, mobil und unabhängig in der Stadt unterwegs zu sein. Auch für ältere Menschen bietet das Fahrrad eine flexible, gesundheitsfördernde und günstige Fortbewegungsmöglichkeit. Eine gut ausgebaute und durchgehende Fahrradinfrastruktur ist daher nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Chancengleichheit für alle Generationen.

Darüber hinaus enthält die geplante Fahrradstraße einen enorm wichtigen sozialen Aspekt. Sichere und durchgängige Fahrradinfrastruktur, die ein schnelles Durchqueren der Stadt mit dem Fahrrad ermöglicht, kommt besonders Menschen mit geringem Einkommen zugute, da Fahrradfahren eine kostengünstige Alternative zu anderen Verkehrsmitteln darstellt. Eine sichere und durchdachte Infrastruktur ermöglicht es, Mobilität unabhängig von wirtschaftlichen Voraussetzungen zu gewährleisten und stärkt damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.

Wir sind fest davon überzeugt, dass die erfolgreiche Umsetzung dieser Fahrradstraße einen Wendepunkt darstellt. Sie wird nicht nur das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Zukunft des Radverkehrs stärken, sondern auch als Vorbild für weitere Infrastrukturmaßnahmen in Kaiserslautern und darüber hinaus dienen.

KlimaLautern e.V. unterstützt dieses Vorhaben mit Nachdruck und ermutigt alle Beteiligten, dieses Projekt als Startpunkt für eine umfassende Mobilitätswende zu betrachten. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Kaiserslautern zu einer Stadt zu machen, in der nachhaltige und soziale Mobilität selbstverständlich ist.

Chancen vertan – Radwege überzeugen nicht

Wer das neu ausgebaute Viadukt an der Trippstadter Straße sieht, mag sich denken: „Oh, wie schön, so viel Platz für Geh- und Radwege!“ Doch schaut man genauer hin, so schlägt die Freude schnell in Unmut um. Denn während den Geh- und Radwegen im Viadukt immerhin zwei Meter zugestanden wurden, ist die Fahrradsituation an beiden Enden des Viadukts merkwürdig. Oder verstehen Sie, wie man sich an den markierten Stellen in den Fotos 1 und 2 als Radfahrer richtig verhält?

Mal wieder möchte man sich bei Foto 1 fragen: „Warum hört der Fahrradweg einfach hier auf?“ Hinzu kommt die Unklarheit, für wen eigentlich die Ampel gilt. Muss man bei Rot an der Haltelinie halten und darf erst bei Grün geradeaus auf dem Gehweg mit „Fahrrad frei“-Schild weiterfahren? Natürlich in Schritttempo! Welch absurde Verkehrsführung.

Nicht viel besser sieht es in die andere Richtung aus. Kommt man bei Foto 2 aus der Unterführung an der Zollamtstraße raus und möchte links in Richtung Supermärkte abbiegen, steht man nun nach der ersten Ampel auf einem neuen „Abbiegestreifen“. Und dann? Man wartet auf die nächste Gehweg-Ampel, die nun ein Fahrradsymbol zusätzlich erhalten hat. Dies dauert aktuell mehr als 30 Sekunden. Links Abbiegen für Fahrradfahrende also nur mit zwei Ampeln möglich – sogenanntes indirektes Abbiegen. Vielleicht sicher, aber in diesem Fall sicher nicht schnell. Und dazu mit gewöhnungsbedürftiger Markierung.

In Kaiserslautern hat sich erneut bestätigt: Das Auto steht im Mittelpunkt. Anstatt sichere und schnelle Radverkehrsinfrastruktur auszubauen, wurden neue verwirrende Verkehrssituationen geschaffen. Über die nicht-ebenerdigen Bordsteine in Foto 2 sowie die Unebenheit in Foto 3 kann man da nur noch den Kopf schütteln. Schade, das hätte man besser machen können.

Anfang 2024 hatte KlimaLautern eine alternative Vision für das Viadukt entworfen: Das Viadukt für den Umweltverbund. Es handelt sich um die Idee einer Stadtplanung, die den Geh- und Radverkehr in den Mittelpunkt stellt, den Busverkehr fördert und den öffentlichen Raum lebenswerter gestaltet.

Während der Vorschlag in der Zivilgesellschaft zumeist Interesse, Zustimmung oder konstruktive Kritik hervorrief, lehnte die Stadtverwaltung Gesprächsanfragen schlichtweg ab – die Planung sei bereits gelaufen. Die Enttäuschung bleibt und die Kritik am schlechten Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur ebenso.


Nachtrag 02.12.2024

Die Stadtverwaltung Kaiserslautern informiert: Die Ampel auf Foto 1 gilt nur für links Abbiegende. Der rechts abbiegende Radverkehr ist in beiden Fahrtrichtungen signalfrei (anders als der Pkw-Verkehr). Das indirekte Linksabbiegen wird vermehrt im Stadtgebiet eingesetzt, wo sich noch keine eigenen Spuren für den Radverkehr realisieren lassen. Die Problematik mit dem Bord an der neuen Mittelinsel (Foto 2) ist bekannt: Es ist ein Baufehler, die Mittelinsel hätte nach Plänen der Stadtverwaltung eine Nullabsenkung erhalten sollen – eine Mängelbehebung wurde angefordert und wird nachverfolgt.

Stellungnahme Nahverkehrsplan 2023

Stellungnahme zum Entwurf des Nahverkehrsplans von Kaiserslautern

Im Sommer 2023 veröffentlichte die Stadtverwaltung einen Entwurf für den Nahverkehrsplan (NVP) von Kaiserslautern (hier zu finden, inklusive Anhang) und bat um Anregungen und Meinungen dazu. Als Mobilitätsgruppe von KlimaLautern nahmen wir dies als gute Möglichkeit wahr, sich direkt in den Gestaltungsprozess des ÖPNV einzubringen. Es gilt: Je mehr Menschen sich interessieren, beteiligen und Rückmeldungen geben, desto deutlicher wird die Wichtigkeit des Themas. Ein gutes Angebot an öffentlichem Personennahverkehr ist essenziell für die Verkehrswende. Eine Verbesserung des Angebots trägt unmittelbar zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei. Hauptsächlich betroffen sind die Ziele 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Im Folgenden schildern wir unser Lob und unsere Kritik am NVP.

Wir begrüßen es ausdrücklich, dass eine Verdichtung des Takts im Stadtgebiet sowie eine Vereinfachung des Linien- und Fahrplans (z. B. Aufsplittung der Linie 101 in die Linien 101 und 110) angestrebt werden. Verständlicher und regelmäßiger ÖPNV über den gesamten Tag (auch in den frühen Morgen- und späten Abendstunden) unter der Woche sowie am Wochenende erhöhen die Zugänglichkeit und Attraktivität des Angebots. Ein gut ausgebauter ÖPNV steigert außerdem die soziale Inklusion von Menschen ohne Auto (u. a. Kinder, Jugendliche, alte Menschen).

Neue Direktanbindungen an den Hauptbahnhof, bspw. aus Dansenberg, Mölschbach, Erfenbach, Bänjerrück fördern das berufliche Pendeln mit dem ÖPNV. Eine bessere Anbindung des Westpfalz-Klinikums nahe Pfaffplatz ermöglicht zudem die Nutzung des ÖPNV im Krankheitsfall (wenn die Nutzung von Auto und Fahrrad und zu Fuß gehen nicht möglich sind) und zu Besuchszwecken.

Wir unterstützen den Vorschlag, eine neue Haltestelle „Kaiserslautern Nord“ (Arbeitstitel) für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), d.h. Züge, einzurichten. Vor allem Option VI mit Zugängen zur Friedenstraße und zur Mannheimer Straße schafft eine SPNV-Anbindung für die Bewohner*innen des Grübentälchens mit Umsteigemöglichkeiten zu den (neuen) Buslinien 101/110 und 104. Dadurch werden eine weitere attraktive Anbindung des PRE-Parks an den SPNV und eine schnelle Verbindung zum Hauptbahnhof geschaffen. Dies ist ebenso wichtig für viele Arbeitnehmer*innen, die täglich aus dem Umland in den PRE-Park pendeln. Weiterhin befinden sich dort wichtige Freizeiteinrichtungen wie die UCI Kinowelt, das monte mare und das Hotel Holiday Inn Express Kaiserslautern. Neben den barrierefreien Zugängen ist ein Bau der Treppe von der Haltestelle zur Nordbahnstraße aus unserer Sicht wünschenswert, um kurze Fußwege zu ermöglichen.

Der Betzenberg ist in der aktuellen Planung lediglich über die Linie 102 an den Hauptbahnhof, aber nicht an andere Stadtteile angebunden. Dabei befinden sich auf dem Betzenberg Freizeiteinrichtungen wie das Stadion, die Boulderhalle RockTown, die Trampolin Jump Arena, der nahegelegene Wildpark sowie das Best Western Hotel, das insbesondere auch von Gästen der Uni genutzt wird. Daher schlagen wir eine Verlängerung der Linie 118 über den Betzenberg vor. Dadurch entsteht eine Direktverbindung zwischen Bänjerrück, Uni und dem Betzenberg. Alternativ sollte zumindest eine Umsteigemöglichkeit zwischen der Linie 118 und 102 im Dunkeltälchen/Bremerstraße geboten werden.

In Tabelle 35 des NVP wird das Gewerbegebiet West als „eher autoaffines Ziel“ beschrieben, was als Grund dafür dient, dass kein Handlungsbedarf zur Verbesserung der Verbindungsqualität bestehe. Dem widersprechen wir. Im Umkreis der Merkurstraße befinden sich viele relevante Fahrtziele: Freizeiteinrichtungen (Vogelwoog, Fitnessstudios, Escaperooms, Gleamgolf), Geschäfte (Schuhgeschäfte, Secondhandladen, Decathlon, Saturn, Inneneinrichtungsläden, Müller etc.), aber beispielsweise auch das Demonstrations- und Anwendungszentrum (DAZ) eine Außenstelle des Instituts für Verbundwerkstoffe der Universität. Eine bessere Erreichbarkeit mit dem ÖPNV (und dem Fahrrad) könnte den Autoverkehr reduzieren und das Gebiet für Menschen ohne Auto zugänglicher machen.

Die Linienführung der Linien 101 im Bereich Einsiedlerhof und der Linie 102 auf dem Betzenberg sind aus unserer Sicht unübersichtlich, da sie zeitabhängig verschieden Linienverläufen folgen. Wenn die Buslinien nicht aufgespalten und ggf. umgeplant werden sollen, könnte zumindest eine Aufteilung in Linie 101a und 101b, 102a und 102b mit Darstellung der jeweiligen Linienverläufe bei der Kommunikation der Linien helfen. Aus den Liniensteckbriefen in Anhang F ist der konkrete Verlauf einer Fahrt nicht ersichtlich.

Für die Linie 114 ist eine Änderung des Fahrtwegs über die Haltestelle Uni West (statt Davenportplatz) interessant. Dies verbessert die Anbindung an die Uni und bietet Umsteigemöglichkeiten in Richtung der Institute (u. a. DFKI, Fraunhofer).

Regelmäßige Fahrten zu den Haltestellen Mühlstraße und Kammgarn sind vor allem für die Erreichbarkeit der Hochschule an Wochentagen und der Gartenschau und Kammgarn am Wochenende sowie der Restaurants Milano, Old Station und Brauhaus an der Gartenschau in den Abendstunden wichtig.

Im Besonderen möchten wir darauf pochen, dass die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Busse verbessert wird. Dies ist essenziell, um langfristig neue Kunden für den ÖPNV zu gewinnen. Dazu müssen Vorrangschaltungen an Ampeln (wieder) etabliert werden. Umsteigemöglichkeiten in der Stadtmitte (Rendezvous-Prinzip) müssen sichergestellt werden.

Bei der Fahrplanung sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass bedeutende Umstiege zwischen Bussen und SPNV möglich sind. Dabei ist beispielsweise der Umstieg zum RE1 zu nennen, der sowohl als Pendelverbindung für Arbeitnehmer*innen relevant ist als auch eine Anbindung an Fernverkehrsbahnhöfe und touristische Ziele bietet.

Darüber hinaus sollte die Bereitstellung von Informationen für Fahrgäste verbessert werden: korrekte Anzeigen außen an den Bussen, Haltestelleninformationen in den Bussen per Durchsage und digitaler Anzeige, Echtzeitinformationen zu Verspätungen in den Apps und auf den DFI-Anzeigen.

Bei der Rendezvous-Situation in der Stadtmitte ist sicherzustellen, dass Fahrgäste schnell den richtigen Bus in die richtige Richtung finden. Dabei ist es ein Hindernis, dass die Burgstraße im Bereich der Bushaltestellen nicht autofrei ist und so ein Überqueren der Straße erschwert wird. Bei vielen Bussen gleichzeitig ist das Fahrgastaufkommen punktuell sehr hoch und die Situation durch die vielen wartenden Busse potenziell unübersichtlich. Ein zentraler Wegweiser zu den Abfahrtspunkten und eine zentrale DFI-Anzeige für die gesamte Haltestelle Stadtmitte könnten bei der Orientierung helfen.