Fotokampagne: Weil Klimawandel kein Märchen ist

KlimaLautern startet am 24. Juni ein außergewöhnliches Märchen-Projekt: Eine Fotokampagne verbindet bekannte Märchen mit konkreten Ideen für eine lebenswerte Zukunft!

Rotkäppchen fährt Fahrrad, Dornröschen findet Schatten im urbanen Grün und Hans braucht weniger zum Glück: Mit der neuen Kampagne „Weil Klimawandel kein Märchen ist“ schlagen der Verein KlimaLautern e.V. und Fotograf Thomas Brenner einen ungewöhnlichen Weg ein, um über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen.

Die Kampagne interpretiert bekannte Märchen neu und verbindet sie mit konkreten Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels. Entstanden sind aufwendig inszenierte Fotomotive, die vertraute Märchenfiguren in moderne Szenarien versetzen. Statt Verzicht, Schuldzuweisungen oder Katastrophenszenarien stehen dabei Kreativität, Lebensqualität und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.

Wir wollen damit zeigen, dass Klimaschutz nicht belehrend oder bedrückend sein muss. Märchen kennen fast alle Menschen. Sie bieten einen spielerischen Zugang zu einem Thema, das oft als kompliziert oder belastend wahrgenommen wird.

Die Kampagne richtet sich bewusst an ein breites Publikum. Jedes Motiv erzählt eine eigene Geschichte und verweist per QR-Code auf eine Website. Dort können Besucherinnen und Besucher die vollständigen neu geschriebenen Märchen lesen oder als vorgelesene Hörfassung anhören und erfahren, welche Klimaschutzidee hinter der jeweiligen Geschichte steckt.

Besonders wichtig war den Initiatoren die Zusammenarbeit mit jungen Menschen. Bei der Umsetzung wirkten Jugendliche aus der Region mit und brachten ihre Kreativität in die Gestaltung der Motive ein.

Die Plakate werden im Stadtgebiet unter anderem auf City-Light-Flächen, im Union-Kino und neben der Kunstinstallation „Lautrer Schatten“ an der Tourist-Info zu sehen sein. Offiziell eröffnet wird mit einer märchenhaften Intervention im öffentlichen Raum am 24. Juni 2026 um 10:00 Uhr im Bereich der Bushaltestellen gegenüber der Fruchthalle.

Mit der Kampagne möchte KlimaLautern zeigen, dass die Lösungen für viele Herausforderungen bereits bekannt sind und dabei die Botschaft vermitteln, dass die Geschichte einer klimafreundlichen Zukunft noch geschrieben werden kann. Weitere Informationen sowie alle Märchen finden Interessierte unter klimalautern.de/kein-maerchen. Die Kampagne wurde unterstützt von GermanZero e.V., dem Bezirksverband Pfalz, der EWS Schönau, dem Kultursommer Rheinland-Pfalz, der ZukunftsRegion Westpfalz und dem Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr.

Plenum 6/2026: Lautrer Schatten in den Startlöchern

Neben den Berichten aus den Arbeitsgruppen wurden auf dem Plenum im Juni vor allem die letzten Details zur unmittelbar bevorstehenden Eröffnung des „Lautrer Schattens“ besprochen. Im Anschluss gab es wieder viel Zeit für einen offenen Austausch.

Berichte aus den Gruppen

Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Die Eröffnung der Ausstellung der Märchenplakate findet am Morgen des 24. Juni statt. Ab diesem Termin werden 50 Plakate in der Stadt aufgehängt, die ersten fünf hängen bereits an der Touristeninformation. Die Finissage wird eventuell im Union-Kino stattfinden. Mit der SWK wird abgeklärt, ob die Plakate auch auf Bussen abgebildet werden können.

In diesem Zusammenhang kam der Vorschlag aus der Gruppe, abgeschlossene Projekte zukünftig z.B. mit einer kleinen Feier hervorzuheben.

Lauter Energie

KlimaLautern war mit einem Stand beim Wärmegipfel vertreten, auch mit Informationen zur Gaskostenfalle. In Überlegung ist eine weitere Informationsveranstaltung zum Thema Wärme und Heizen, wie diese bereits im Grübentälchen stattgefunden hat (eventuell in Hohenecken). Der Termin für den nächsten Tag des offenen Heizungskellers wurde auf den 21. November festgelegt.

Lautrer Schatten

Der Aufbau der Installation findet am 9. Juni ab 10 Uhr statt, die Eröffnung am 10. Juni um 17:30 Uhr. Aktuell gibt es bereits 40 Veranstaltungen. Diese bedeuten viel Arbeit für die Organisation und die Begleitung der Akteure, da eine Sondernutzungsvereinbarung für jede Veranstaltung erforderlich ist.

Eine Beteiligung des FCK ist noch in Überlegung. Eine Möglichkeit sind Traditionsabende, bei denen ausgewählte Spiele mit besonderem Wert für den Verein gezeigt werden. Eine Herausforderung sind neben den Lizenzkosten für die Filme die Bereitstellung von Beamer/Bildschirm mit Eignung für Tageslicht.

Für die Veranstaltungen im Rahmenprogramm ist Hilfe beim Auf- und Abbau sehr willkommen. In der Austauschgruppe wird eine Umfrage zur Unterstützung für die nächsten Termine erstellt, außerdem wird ein Newsletter für den Lautrer Schatten für Informationen zum Rahmenprogramm und zu Folgeaktivitäten eingerichtet.

Stadtnatur

Beim Projekt Abpflastern wird auf Rückmeldung bzw. Zusage von der Lutherkirche gewartet, hier bestand größeres Interesse an einer Beteiligung.

Termine

  • 10. Juni: Eröffnung „Lautrer Schatten“ um 17:30 Uhr
  • 18. Juni: Gesprächsrunde Prima Klima um 18 Uhr auf dem „Lautrer Schatten“-Platz
  • 20. Juni: Entdeckertag für Kinder von 10 bis 15 Uhr auf dem Schulhof der Grundschule Mehlingen mit Infostand von KlimaLautern
  • 24. Juni: Eröffnungsveranstaltung für die Märchenplakate
  • 26. Juni: Critical Mass ab 18 Uhr mit Start am „Lautrer Schatten“-Platz
  • 27. Juni: NABU-Naturschutzfest in Diemerstein
  • 28. Juni: Lesung „Weil Klimawandel kein Märchen ist“ um 18 Uhr auf dem LautrerSchatten Platz
  • 4. Juli: Praxisforum Local Zero zur Mitgliedergewinnung von 9:30 bis 12:30 Uhr (online)
  • 13. Juli: Offenes Plenum KlimaLautern um 18 Uhr auf dem „Lautrer Schatten“-Platz

Wie mitmachen?

Wer bei KlimaLautern mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich an unserem Plenum teilzunehmen, uns eine E-Mail an info@klimalautern.de zu schicken oder direkt unserer Gruppe im Messenger Signal beizutreten. Vielleicht ist auch bei unseren gerade anstehenden Aufgaben in der Aufgabenbörse etwas für dich dabei? Außerdem besteht die Möglichkeit, zu spenden oder Vereinsmitglied zu werden – weitere Infos dazu gibt es auf der KlimaLautern-Webseite.

Plenum 5/2026: Lautrer Schatten und Radwegplanung

Bei den Berichten aus den Gruppen standen diesmal die Vorbereitungen zum „Lautrer Schatten“ sowie die Radwegplanung im Vordergrund. Durch das neue Plenumsformat blieb außerdem viel Zeit für einen offenen Austausch.

Berichte aus den Gruppen

Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Am 28. Mai findet ein erneutes Treffen mit dem FCK statt, es geht hierbei um eine Beteiligung des FCK am Projekt „Lautrer Schatten“.

Die Märchenplakate werden in Wall-Plakat-Kästen ausgestellt. Über den Kontakt zur SWK wird geklärt, ob ein Motiv auf Bussen angebracht wird. Zusätzlich findet am 28. Juni um 18 Uhr eine Vorstellung der Plakate auf dem „Lautrer Schatten“-Platz statt, evtl. mit einem zusätzlichen Info-Tisch von KlimaLautern.

Lauter Energie

Im Juli findet ein Wärmegipfel zur kommunalen Wärmeplanung statt, bei dem KlimaLautern einen eigenen Stand hat. Dazu gibt es am 28. Mai ein Planungstreffen.

Lautrer Schatten

Es gibt aktuell noch viel Arbeit, aber das Projekt ist gesichert. Die Planung der Veranstaltungen im Rahmenprogramm läuft, teilweise ist dafür eine umfangreiche Unterstützung der beteiligten Gruppen bei der Vorbereitung und Genehmigung erforderlich. Hilfe wird noch gesucht zur Betreuung des Platzes, für einen Schlüsseldienst für den Lagerraum, und beim Bespielen der sozialen Medien. Bisher ist noch offen, wie die Veranstaltungen im Rahmen des Projekts am besten beworben werden können.

Mobilität

Das Anschreiben zum Bicibus an die Stadt Frankfurt an die Schulen liegt jetzt vor und kann als Vorlage für ein entsprechendes Schreiben der Stadt Kaiserslautern verwendet werden. Aufgrund der anderen laufenden Projekte ist ein Start eher im März 2027 realistisch.

KlimaLautern hat am AK Radverkehr teilgenommen:

  • Zum Bachbahnradweg gibt es einen Einspruch, die Planungen laufen dennoch weiter.
  • Die Fahrradstraße Augustastraße/Parkstraße wird demnächst fertiggestellt.
  • Der Radweg Richtung Trippstadt ist in Planung bzw. in Arbeit (Ziel 2027).
  • Nächste Termine sind das Stadtradeln und das Fahrradkino.
  • Für die VRN-Leihräder gibt es einen neuen Vertrag (mehr Räder, aber erst einmal keine Lastenräder aufgrund der hohen Kosten).

Stadtnatur

Die Webseite zum Projekt Abpflastern ist online. Am 16. Mai findet eine Bewerbungsaktion auf dem Wochenmarkt statt.

Verschiedenes

  • Die jährliche Mitgliederversammlung steht demnächst an.
  • Im September findet eine SWK-Klimaschutzwoche statt, es werden noch Ideen für leicht umsetzbare Aktionen gesucht.
  • Es wird geklärt, wie der Stand zur Teilnahme am Tag der Vereine ist. Es könnte auch der „Lautrer Schatten“-Platz von KlimaLautern genutzt werden, am Tag der Veranstaltung gibt es dort noch keinen anderen Programmpunkt.
  • Es gab eine Anfrage vom Deutschen Alpenverein (DAV) in Kaiserslautern, ob sich KlimaLautern an der Pflanzaktion von 750 Bäumen im Rahmen des Stadtjubiläums beteiligt. KlimaLautern kümmert sich darum.
  • Es gibt ein Angebot, zukünftig das 42 für das Plenum zu nutzen.
  • Zur Baumarktkette Hornbach konnte jetzt doch ein Kontakt für eine mögliche Unterstützung des Abpflastern-Projekts herstellt werden. (Pflanzen-)Spenden sind denkbar, ideal dafür wäre eine größere definierte Fläche.

Termine

  • 20. Mai: Beginn des Stadtradelns
  • 27. Mai: Fahrradkino mit Film „Cycling Cities“ auf dem Pfaffgelände
  • 29. Mai, 18 Uhr: Critical Mass, Treffpunkt wieder auf dem „Lautrer Schatten“-Platz neben der Tourist-Info
  • 8. Juni: Nächstes Plenum KlimaLautern
  • 10. Juni: Eröffnung „Lautrer Schatten“
  • 18. Juni: Gesprächsrunde auf dem „Lautrer Schatten“-Platz mit Prof. Henninger und Prof. Spellerberg
  • 28. Juni: Vorstellung der Klimamärchen im Rahmen des Art-Walk

Wie mitmachen?

Wer bei KlimaLautern mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich an unserem Plenum teilzunehmen, uns eine E-Mail an info@klimalautern.de zu schicken oder direkt unserer Gruppe im Messenger Signal beizutreten. Vielleicht ist auch bei unseren gerade anstehenden Aufgaben in der Aufgabenbörse etwas für dich dabei? Außerdem besteht die Möglichkeit, zu spenden oder Vereinsmitglied zu werden – weitere Infos dazu gibt es auf der KlimaLautern-Webseite.

Stellungnahme zur kommunalen Wärmeplanung Kaiserslautern

Am 11.05.2026 hat der Stadtrat den Wärmeplan in Kaiserslautern beschlossen. Zuvor haben wir mit KlimaLautern den Prozess zur Erstellung im Rahmen des kommunalen Wärmetischs begleitet. Bis Ende Februar bestand die Möglichkeit sich in Form von Stellungnahmen zum damaligen Entwurf zu äußern. Von dieser Möglichkeit haben wir Gebrauch gemacht und veröffentlichen nun unsere Stellungnahme auf unserer Webseite.

Mehr Informationen zum aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung sind zudem auf der Webseite der Stadt zu finden. Die gesammelten Stellungnahmen und der Umgang hiermit kann zudem hier nachgelesen werden.

Gutes Fundament mit Ausbaupotenzial
auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung

KlimaLautern begrüßt, dass die Stadt mit der Fertigstellung des Wärmeplans eine klare Richtung für die Entwicklung der Wärmegewinnung in Kaiserslautern vorgibt. Jetzt gilt es, die enthaltenen Maßnahmen zeitnah und verbindlich umzusetzen, sowie Bürger:innen mit wirksamer Öffentlichkeitsarbeit über die Vorgaben, Rahmenbedingungen zu informieren.

Wir begrüßen die ambitionierte Zielsetzung und ausführliche Analyse rund um Potenziale und das Zielszenario der Wärmeplanung. Konkret beziehen wir zu den folgenden Punkten zusätzlich Stellung und halten gewisse Nachbesserungen für eine zukunftsfeste Wärmeplanung in Kaiserslautern für unumgänglich:

Stilllegung des Erdgasnetzes

Der Wärmeplan vernachlässigt eine zentrale Säule der Wärmeversorgung: die Gasverteilnetze. Doch deren Betrieb wird unrentabel, lange bevor der letzte Haushalt abgekoppelt ist. Zögert der Netzbetreiber die Stilllegung hinaus, explodieren die Kosten für die verbleibenden Gaskund:innen. Der Ausstieg aus der Gasversorgung erfordert daher eine gemeinsame Planung von Kommune und Netzbetreiber. Zunächst muss der Netzbetreiber analysieren, wann die Gasnachfrage in den Teilgebieten den wirtschaftlichen Kipppunkt (ab dem der Betrieb unwirtschaftlich wird) erreicht. Orientierung hierfür können sicherlich auch die Wärmeversorgungsgebiete im Wärmeplan bieten. Die Stadtverwaltung sollte sich für eine geordnete Stilllegung der Netze einsetzen und den Prozess mit einem transparenten Kommunikationskonzept begleiten. Ohne proaktives Handeln drohen den letzten Gaskund:innen unkalkulierbare Belastungen. Hierzu braucht es zeitnah klare Analysen, verbindliche Zeitpläne und eine offene Kommunikation.

Dekarbonisierung der Fernwärme

Der aktuelle Entwurf zur Wärmeplanung enthält keine ausreichende Strategie zur Dekarbonisierung der Fernwärme. Zwar ist das Tiefengeothermie-Projekt der SWK ein wichtiger Ansatz, doch fehlt ein konkreter Fahrplan, wie die fossile Fernwärme bis 2040 klimaneutral gestaltet werden soll. Diese Lücke wird dadurch vertieft, dass im Factsheet und der Potenzialanalyse nicht systematisch zwischen den Anforderungen der Fernwärme und dezentralen Gebieten unterschieden wird – obwohl beide Bereiche unterschiedliche Lösungsansätze erfordern. Auch wenn die SWK die operative Verantwortung trägt, sollte auch die Wärmeplanung selbst eine klare und nachvollziehbare Strategie zur Dekarbonisierung der Fernwärme aufzeigen. Ein positives Beispiel hierfür ist die Stadt Hannover, deren Wärmeplanung einen ausführlichen und transparenten Sachstand zur Fernwärmedekarbonisierung enthält. Kaiserslautern sollte diesem Beispiel folgen und eine eigene, verbindliche Dekarbonisierungsstrategie für die Fernwärme vorlegen.

Bio-Methan ist keine klimaneutrale Alternative!

Der Wärmeplanungsbericht geht davon aus, dass Biomethan in den verbleibenden gasversorgten Gebieten „in bedarfsdeckender Menge“ verfügbar sein wird (S. 62, Kap. 5.2). Diese Einschätzung ist jedoch nicht nachvollziehbar und widerspricht den eigenen Daten des Berichts:

Das lokale Biogaspotenzial wird vom Fraunhofer ISE mit nur 35 GWh/a beziffert (S. 47, Kap. 4.2.5) – selbst bei vollständiger Nutzung könnten damit nur 4,3 % des Wärmebedarfs von 807 GWh/a gedeckt werden (vgl. Abbildung 45, S. 60). Eine „bedarfsdeckende“ Versorgung wäre nur durch teure Importe möglich, was weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Zudem besteht eine starke Konkurrenz um Biogas, was die Verfügbarkeit für die Wärmeversorgung weiter verringert. Wir fordern, diese Passage zu überarbeiten und klarzustellen, dass Biomethan keine langfristige Lösung für die Wärmeversorgung darstellt.

Insbesondere gilt: Biomethan ist keine klimaneutrale Lösung! Zwar wird bei der Verbrennung nur das zuvor gebundene CO₂ freigesetzt, doch Methanemissionen entlang der gesamten Kette – von der Produktion über Leckagen bis zur Verbrennung – machen Biogas zu einer erheblichen Klimabelastung. Methan ist als Treibhausgas über 25-mal wirksamer als CO₂ und hebt den theoretischen Klimavorteil oft auf. Zudem verursachen Düngemittel, Flächenkonkurrenz und der Energieaufwand für die Aufbereitung zusätzliche Emissionen, die in der Bilanz häufig unberücksichtigt bleiben. Eine klimagerechte Wärmewende muss daher auf echte Null-Emissions-Technologien setzen und darf sich nicht auf Biogas als „Brückentechnologie“ verlassen.

Sanierung kommunaler Wohnungsgesellschaften

Die Kommune lässt die in ihrem Einfluss befindlichen Gebäude der Bau AG komplett außen vor. Dabei wäre es ihre Aufgabe, als Vorbild voranzugehen. Der zu 100% im Besitz von Kaiserslautern stehenden Bau AG gehören fast 10 Prozent (etwa 5.000 Wohnungen der Bau AG zu etwa 60.000 Wohnungen in KL – Quellen: Geschäftsbericht Bau AG 2024 S. 15 & Wohnungsmarktanalyse Kaiserslautern Abschlussbericht 2020 S. 7) des Wohnungsbestandes in der Stadt. Sie verantworten damit einen substanziellen Bestandteil der Gebäude und sollten entsprechend eine großangelegte Sanierungsoffensive starten. Als Eigentümerin sollte die Stadt dafür eintreten, dass diese Sanierungen „warmmietenneutral“ ablaufen, damit Mietende nicht überproportional mit steigenden Wohnkosten konfrontiert werden.

Berücksichtigung von Wärmespeichern

Wärmespeicher werden im Wärmeplanungsbericht nur am Rande erwähnt (z. B. bei Industrieabwärme, S. 50), in der Potenzialübersicht (S. 56, Kap. 4.4) fehlen sie jedoch komplett.

Während Wasserstoff oder Biomethan eigene Kapitel erhalten, fehlt eine systematische Auseinandersetzung mit der Rolle von Wärmespeichern. Unklar bleibt: Wie die Stadt Speicherlösungen einsetzen will, Welche Technologien geprüft werden und wie sie fossile Backup-Systeme ersetzen. Dabei sind Wärmespeicher ein entscheidender Hebel für die klimaneutrale Wärmewende auf lokaler Ebene – wie das Vorbild Rostock zeigt: Dort speichern saisonale Großspeicher (z. B. 50.000 m³-Erdbeckenspeicher) Sommerwärme für den Winter und optimieren die Netzauslastung (vgl. Wärmeplan Rostock 2022). Hier muss das Konzept nachgebessert werden, um Transparenz und Planungssicherheit zu schaffen.

Fortbildungsangebote für Handwerker:innen

Es gilt, jährlich mindestens 500 Gebäude in Kaiserslautern energetisch zu sanieren und den Umstieg von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen aktiv zu fördern. Um Engpässe bei der Umsetzung zu vermeiden, sollte eine städtische Plattform etabliert werden, die relevante Fachakteure – Energieberater, Handwerksbetriebe, Heizungsinstallateure und Elektrotechniker – aktiv einbindet und durch Information, Schulungen und Seminare unterstützt. Eine Beteiligung von Handwerkskammer, Berufsschule, Meisterschule, Hochschule und RPTU wäre dabei ausdrücklich wünschenswert. Als Vorbild kann die Wärmewende-Akademie Mannheim dienen, die seit ihrer Eröffnung im November 2024 bereits über 90 Handwerksbetriebe geschult hat und bundesweit als beispielgebende Einrichtung gilt. Kaiserslautern sollte diesem Modell folgen und vergleichbare Einrichtungen im Rahmen der Maßnahme KWP 2-2 einbinden und etablieren.

Ausschluss von Wasserstoff

Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Wärmeplanungsbericht die Nutzung von Wasserstoff für Heizzwecke ausschließt. Die dargelegten Gründe – fehlende Verfügbarkeit, hohe Kosten und die Konkurrenz zu anderen Sektoren – sind nachvollziehbar und richtig. Wasserstoff wird auch langfristig keine wirtschaftliche Lösung für die Wärmeversorgung von Gebäuden darstellen, da die Priorisierung für Hochtemperaturprozesse und Mobilität sinnvoll und notwendig ist.

Allerdings sollte die Stadt klarstellen, dass Wasserstoff auch über 2040 hinaus keine Option für die Gebäudebeheizung sein wird. Eine offene Formulierung könnte sonst falsche Erwartungen wecken. Die konsequente Fokussierung auf effizientere Lösungen wie Wärmepumpen, Fern- und Nahwärme ist der richtige Weg – und dieser sollte in der Planung eindeutig und verbindlich verankert werden.

Passgenauigkeit von Maßnahmen und Zielszenario

Im aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung sehen wir insbesondere in der Passgenauigkeit der entwickelten Maßnahmen und dem aufgezeigten Zielszenario noch Verbesserungsbedarf. Bisher fehlt noch ein klarer Plan für die Realisierung des angestrebten Ziels anhand der dargestellten Maßnahmen. Dies wird unter anderem auch dadurch verstärkt, dass im Rahmen der Maßnahmenbeschreibungen die Meilensteine der Maßnahmen nur in wenigen Fällen tatsächliche Zeitangaben enthalten und ansonsten im Zeithorizont relativ vage bleiben. Im Einzelnen gehen die Maßnahmen auch ihren Beitrag zur Zielerreichung ein, jedoch fehlt eine Gesamteinschätzung, inwiefern mithilfe der entwickelten Maßnahmen das Gesamtziel erreicht werden kann, um strategische Sicherheit in der Dekarbonisierung der Lautrer Wärmeversorgung sicherzustellen und überprüfbar zu machen.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir begrüßen, dass die Stadt Kaiserslautern mit der Kommunikationsstrategie geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit vorsieht und Beratungsangebote schaffen möchte. Diese Maßnahmen sind essenziell, um Akzeptanz zu schaffen und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu gestalten.

Jetzt kommt es auf die zügige Umsetzung an: Die geplanten Formate – von Bürgerberatungen über Social-Media-Kampagnen bis hin zur abgestimmten Kommunikation aller Akteure – müssen unverzüglich und mit sichtbarer Priorität gestartet werden. Nur so lässt sich das notwendige Vertrauen aufbauen und die Wärmewende als gemeinsames Projekt erfolgreich vorantreiben.

Potenzial von Abwasserwärme an der Kläranlage

Das Potenzial der Abwasserwärme an der Kläranlage Kaiserslautern wurde in der Wärmeplanung unserer Einschätzung nach nicht ausreichend berücksichtigt – so findet es sich etwa nicht in Tabelle 9 (S. 56) wieder. Auch wenn eine genaue Quantifizierung im Rahmen der Erhebung nicht möglich war (vgl. S. 49), hätten Vergleichswerte zumindest grobe Schätzungen erlaubt: Die Stadt Lemgo (40.000 Einw., NRW) gewinnt aus der Abwärme ihrer Kläranlage 18 GWh/a. Übertragen auf Kaiserslautern ergibt sich somit ein geschätztes Potenzial von rund 40 GWh/a – entsprechend etwa 20 % des aktuellen Fernwärmebedarfs. Auf Basis dieser Schätzung erachten wir es für notwendig, die Planungen zur Nutzung dieses Potenzials parallel zur weiteren Quantifizierung zu beginnen, um die Dekarbonisierung der Fernwärme zügig voranzutreiben.

Repräsentation von Potenzialen im Zielszenario

Um die Wärmeversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, müssen die ermittelten Potenziale konsequent genutzt und im Zielszenario abgebildet werden. Hier besteht Nachbesserungsbedarf: Insbesondere bei der Dekarbonisierung der Fernwärme bleibt das Zielszenario vage, und Potenziale wie die Abwasserwärme werden nicht ausreichend berücksichtigt. Stattdessen verbleiben mit Biomasse und Biomethan Energieträger im Szenario, die potenziell weiterhin Emissionen verursachen – dies ist mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 nicht vereinbar. Darüber hinaus fehlt eine angemessene Prüfung ausreichend großer Wärmespeicher, obwohl diese für die Umstellung der Fernwärmeversorgung auf erneuerbare Energien in der Regel unerlässlich sind.

Power-to-Heat bleibt eine Nischenlösung

Der aktuelle Entwurf der Wärmeplanung vernachlässigt die Unterschiede innerhalb der Power-to-Heat-Technologien und lässt damit eine klare Priorisierung vermissen. So sollte deutlicher hervorgehoben werden, dass Wärmepumpen gegenüber Elektrokesseln deutlich effizienter sind, da sie nicht direkt Strom in Wärme umwandeln, sondern Umgebungswärme nutzbar machen und dabei Wirkungsgrade deutlich über 100 % erreichen können. Der Einsatz von Elektrokesseln ist daher nur dann sinnvoll, wenn überschüssiger erneuerbarer Strom verfügbar ist, und sollte idealerweise in Kombination mit Wärmespeichern erfolgen. Auch zur Deckung von Lastspitzen kann diese Technologie einen wichtigen Beitrag leisten. In der aktuellen Fassung der Wärmeplanung geht dies aber noch nicht deutlich genug hervor. Insbesondere stellen Hybridsysteme, die mit chemischen Brennstoffen betrieben werden keine geeignete Lösung zur klimaneutralen Wärmeversorgung der Grundlast dar, wenn Brennstoffe entweder nicht klimaneutral oder kaum verfügbar sein werden.

Lautrer Schatten – Die Vorbereitungen laufen!

Abpflastern: Pflanzen statt Pflastersteinen

Plenum 3/2026: Zukunft des Plenums

Neben den Berichten aus den Arbeitsgruppen wurde beim Plenum im März ausführlich darüber diskutiert, wie das Plenum in Zukunft gestaltet werden könnte, um es auch für Neuzugänge attraktiv zu machen.

Berichte aus den Gruppen

Bildung und Öffentlichkeitsarbeit

Bei den Märchenplakaten ist eine Beteiligung am Art-Walk im Rahmen des „Lautrer Schatten“-Projekts in Planung.

Lauter Energie

  • Der Endbericht zur kommunalen Wärmeplanung war vom 30. Januar bis 27. Februar zur öffentlichen Stellungnahme offengelegt. Eine Stellungnahme zum Bericht wurde von KlimaLautern eingereicht, z.B. mit Forderungen zu einer klaren Kommunikation zur Stilllegung von Gasnetzen und einer stärkeren Einbindung der Bau AG. Der NABU schließt sich in der eigenen Stellungnahme den Nachbesserungswünschen von KlimaLautern an.
  • KlimaLautern macht bei der Kampagne zur Gaskostenfalle mit, einer Initiative von German Zero.
  • Im Plenum wurde angeregt, die Ergebnisse der Wärmeplanung in der Klimaecke im 42 zu präsentieren.
  • Wer Interesse am Energieforum der SWK am 22. März hat, kann sich noch online anmelden.

Lautrer Schatten

  • Eine (hoffentlich) letzte Hürde gab es bei der Finanzierung, da Eigenmittel nicht im ursprünglich zugesagten Umfang zur Verfügung gestellt wurden. Dies ist aber in Klärung.
  • Verschiedene Gruppen werden aktuell zur Mitwirkung am Rahmenprogramm eingeladen.
  • Ein Artikel zum Projekt wird am 11. März in der Rheinpfalz erscheinen.
  • Für jede Veranstaltung im Rahmenprogramm muss eine eigene Sondernutzungsgenehmigung beantragt werden.
  • Es wird noch ein Platz in der Nähe für die Lagerung des mobilen Mobiliars gesucht.

Mobilität

Am 27. März um 18 Uhr findet die erste Critical Mass nach der Winterpause statt. Der neue Treffpunkt ist der Platz zwischen der Touristeninformation und dem Fackelbrunnen.

Stadtnatur

  • Bis April wird eine Fläche für einen Protoypen zum Abpflastern in Kaiserslautern gesucht. Ende April soll die Aktion dort starten. Weiter in Planung für das Abpflastern ist der Raiffeisenplatz (hinter Thalia). Um Ostern wird es einen Vorort-Termin für die Planung geben, der Start soll im September erfolgen. Alle, die potentielle Flächen für das Abpflastern kennen, können das gerne der Abpflastern-Gruppe melden.
  • Es wird vorgeschlagen, eine Aktion ins Leben zu rufen, um 750 Bäume passend zum Stadtjubiläumsjahr zu pflanzen. Der Start der (länger laufenden) Aktion könnte dann im Jubiläumsjahr liegen und mit dem Abpflastern verknüpft werden.
  • Der Runde Tisch von Unternehmen zur Nachhaltigkeit (hat es vor Corona schon einmal gegeben) soll wiederbelebt werden.

Verschiedenes

  • KlimaLautern war bei einer Veranstaltung zum einjährigen Jubiläum des 42 dabei.
  • Die jährliche Mitgliederversammlung ist in Planung, es gibt aber noch keinen Termin.
  • Die Ergebnisse der Wahlchecks von LocalZero sind über die Homepage von KlimaLautern erreichbar.

Zukunft des Plenums

Es wurden Vorschläge gesammelt und diskutiert, wie das Plenum in Zukunft gestaltet werden könnte. Das strukturierte Vorgehen im Plenum wird generell als positiv wahrgenommen. Wichtig ist aber, Neuzugänge im Plenum aktiv anzusprechen. Auch Zeit für offenen Austausch fehlt aktuell. Konkret sollen daher im ersten Schritt die folgenden Punkte umgesetzt werden:

  • Die Vorstellung der Arbeitsgruppen soll auf 5 Minuten je Gruppe begrenzt werden und sich auf die Beantwortung der folgenden Fragen fokussieren: Wie ist der Stand der Dinge? Was sind aktuelle Herausforderungen? Was sind die nächsten Schritte?
  • Bei neuen Teilnehmern am Plenum soll Raum für das persönliche Vorstellen der Gruppen geschaffen werden. Insbesondere wenn neue Teilnehmer nach den ersten Besuchen nicht mehr zum Plenum oder in die Arbeitsgruppen kommen, soll persönlich nachgefragt werden.
  • Am Ende des Plenums soll Zeit für offenen Austausch vorgesehen werden.

Kurzfristig sollen auch Aufsteller am Eingang als Orientierung und Einladung dienen. Längerfristig soll nach einem neuen Raum gesucht werden, der mehr Zeit und Möglichkeiten für einen offenen Austausch bietet.

Termine

  • 19. März: Energieforum der SWK
  • 20. März: Vortrag „Die Gemüslichen – vom gesunden Boden zu reicher Ernte“
  • 22. März: Landtagswahl Rheinland-Pfalz
  • 22. März: Biosphären-Bauernmarkt, 11-18 Uhr auf dem Schillerplatz
  • 27. März: Critical Mass, Treffpunkt 18 Uhr auf dem Platz zwischen Touristeninformation und Fackelbrunnen
  • 13. April: Nächstes Plenum KlimaLautern
  • 9. Mai: Stadtteilfest/Fahrradmarkt im Stadtpark, mit möglicher Teilnahme von KlimaLautern
  • 9. Mai: Frühlings- und Saison-Eröffnungsfest des Freiluftateliers ab 13 Uhr

Wie mitmachen?

Wer bei KlimaLautern mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich an unserem Plenum teilzunehmen, uns eine E-Mail an info@klimalautern.de zu schicken oder direkt unserer Gruppe im Messenger Signal beizutreten. Vielleicht ist auch bei unseren gerade anstehenden Aufgaben in der Aufgabenbörse etwas für dich dabei? Außerdem besteht die Möglichkeit, zu spenden oder Vereinsmitglied zu werden – weitere Infos dazu gibt es auf der KlimaLautern-Webseite.

Unser Wahlcheck zur Landtagswahl für klimabewusste Wahlentscheidungen

Zusammen mit LocalZero haben wir 15 Thesen rund um die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit für die Lautrer Wahlkreise an die Direktkandidierenden demokratischer Parteien in Stadt und Umkreis geschickt und zahlreichen Antworten bekommen:

Wahlkreis: Kaiserslautern I

https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-1

Wahlkreis: Kaiserslautern II

https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-2

Wahlkreis: Kaiserslautern-Land

https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-land


Der Wahlcheck ist ein fokussiertes Informationsangebot, das die klimarelevanten Positionen der Kandidierenden für die Wähler:innen transparent macht – und das gleich zu acht Kommunal- und Landtagswahlen in diesem Jahr.

Lautrer Schatten – macht was draus!

Vom 10. Juni bis 29. August 2026 steht auf dem Platz neben der Touristeninformation die große Installation „Lautrer Schatten“, bestückt mit Wäsche. Ein neuer Ort für Schatten, Kunst und Kultur mitten in der Stadt. Für ein buntes Leben und zum Mitmachen! Wir brauchen eure Unterstützung! Ihr habt noch weiße Tisch- und Bettwäsche, die kein Mensch mehr braucht? […]