Fotokampagne: Weil Klimawandel kein Märchen ist
KlimaLautern startet am 24. Juni ein außergewöhnliches Märchen-Projekt: Eine Fotokampagne verbindet bekannte Märchen mit konkreten Ideen für eine lebenswerte Zukunft!
Rotkäppchen fährt Fahrrad, Dornröschen findet Schatten im urbanen Grün und Hans braucht weniger zum Glück: Mit der neuen Kampagne „Weil Klimawandel kein Märchen ist“ schlagen der Verein KlimaLautern e.V. und Fotograf Thomas Brenner einen ungewöhnlichen Weg ein, um über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen.
Die Kampagne interpretiert bekannte Märchen neu und verbindet sie mit konkreten Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels. Entstanden sind aufwendig inszenierte Fotomotive, die vertraute Märchenfiguren in moderne Szenarien versetzen. Statt Verzicht, Schuldzuweisungen oder Katastrophenszenarien stehen dabei Kreativität, Lebensqualität und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.
Wir wollen damit zeigen, dass Klimaschutz nicht belehrend oder bedrückend sein muss. Märchen kennen fast alle Menschen. Sie bieten einen spielerischen Zugang zu einem Thema, das oft als kompliziert oder belastend wahrgenommen wird.
Die Kampagne richtet sich bewusst an ein breites Publikum. Jedes Motiv erzählt eine eigene Geschichte und verweist per QR-Code auf eine Website. Dort können Besucherinnen und Besucher die vollständigen neu geschriebenen Märchen lesen oder als vorgelesene Hörfassung anhören und erfahren, welche Klimaschutzidee hinter der jeweiligen Geschichte steckt.
Besonders wichtig war den Initiatoren die Zusammenarbeit mit jungen Menschen. Bei der Umsetzung wirkten Jugendliche aus der Region mit und brachten ihre Kreativität in die Gestaltung der Motive ein.
Die Plakate werden im Stadtgebiet unter anderem auf City-Light-Flächen, im Union-Kino und neben der Kunstinstallation „Lautrer Schatten“ an der Tourist-Info zu sehen sein. Offiziell eröffnet wird mit einer märchenhaften Intervention im öffentlichen Raum am 24. Juni 2026 um 10:00 Uhr im Bereich der Bushaltestellen gegenüber der Fruchthalle.
Mit der Kampagne möchte KlimaLautern zeigen, dass die Lösungen für viele Herausforderungen bereits bekannt sind und dabei die Botschaft vermitteln, dass die Geschichte einer klimafreundlichen Zukunft noch geschrieben werden kann. Weitere Informationen sowie alle Märchen finden Interessierte unter klimalautern.de/kein-maerchen. Die Kampagne wurde unterstützt von GermanZero e.V., dem Bezirksverband Pfalz, der EWS Schönau, dem Kultursommer Rheinland-Pfalz, der ZukunftsRegion Westpfalz und dem Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr.
Unser Wahlcheck zur Landtagswahl für klimabewusste Wahlentscheidungen
Zusammen mit LocalZero haben wir 15 Thesen rund um die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit für die Lautrer Wahlkreise an die Direktkandidierenden demokratischer Parteien in Stadt und Umkreis geschickt und zahlreichen Antworten bekommen:
https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-1
https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-2
Wahlkreis: Kaiserslautern-Land
https://localzero.net/loesungen/wahlcheck/landtagswahl-rp-2026/kaiserslautern-land
Der Wahlcheck ist ein fokussiertes Informationsangebot, das die klimarelevanten Positionen der Kandidierenden für die Wähler:innen transparent macht – und das gleich zu acht Kommunal- und Landtagswahlen in diesem Jahr.
Projekt LocalMonitoring geht online!
Ein Klimamonitoring für Kaiserslautern
KlimaLautern e.V. bewertet und dokumentiert mit der neuen LocalMonitoring Plattform den Fortschritt der städtischen Klimaschutzbestrebungen, um konstruktive Kritik zu üben und die Umsetzung von Maßnahmen voranzutreiben.
Schon 2017 hat der Stadtrat Kaiserslautern den “Masterplan 100% Klimaschutz 2050” beschlossen. Ziel ist es, bis 2050 die Treibhausgasemissionen der Stadt im Vergleich zum Referenzjahr 1990 um 95% zu verringern. Zum aktuellen Stand der Umsetzung werden jährlich Umsetzungsberichte sowie alle fünf Jahre ein Statusbericht erstellt. Des Weiteren wurden 2018 der “Mobilitätsplan Klima+ 2030” und 2023 der Beitritt zum “Kommunalen Klimapakt Rheinland-Pfalz” (KKP) vom Stadtrat beschlossen, wodurch die Klimaschutzziele auf den Zielkorridor zwischen 2035 und 2040 vorgezogen wurden.
Trotz Umsetzungs- und Statusberichten bleiben viele Fragen offen und Informationen sind über zahlreiche Quellen verstreut. Wie also ist der aktuelle Stand? Und sind die geplanten Maßnahmen überhaupt ausreichend, um die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen? Das Monitoring-Team von KlimaLautern hat es sich, mit Unterstützung unseres Dachverbands LocalZero, zur Aufgabe gemacht, diese Fragen zu beantworten.
Ziel des Monitoring-Projektes ist es, einzelne Maßnahmen mit Erklärung und einer Bewertung der jeweiligen Maßnahme sowie ihres Umsetzungsstandes zentral, unabhängig und verständlich zusammenzufassen und diese Informationen möglichst aktuell zu halten. Einsehbar ist dies alles auf der Webseite monitoring.localzero.net/kaiserslautern/.
Neben den einzelnen Maßnahmen zum Klimaschutz gibt es zwei Checklisten, in denen zum einen der beschlossene Klimaaktionsplan (KAP) “Masterplan 100% Klimaschutz 2050” und zum anderen die bestehenden Verwaltungsstrukturen anhand individueller Qualitätskriterien bewertet werden.
Mit unserem Monitoring wollen wir nicht einfach die geplanten Klimaschutzmaßnahmen und deren Umsetzung bemängeln, sondern konstruktive Kritik üben und auf Hindernisse aufmerksam machen, die einer rechtzeitigen und sinnvollen Umsetzung im Wege stehen. Hierbei wollen wir aktiv in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Politik an den aufgezeigten Problemen arbeiten und so gemeinsam den Klimaschutz in Kaiserslautern vorantreiben.
Das Projekt wurde am 26. Juni im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt:

© KlimaLautern e.V.
Pressemitteilung: Wasserstoff nicht verheizen!
KlimaLautern unterstützt bundesweite Initiative gegen Wasserstoff als Heizmittel
27.03.2024, Kaiserslautern.
KlimaLautern unterzeichnet offenen Brief an alle Kommunen in Deutschland, der davor warnt, in der nun anstehenden kommunalen Wärmeplanung auf die Scheinlösung Wasserstoff zu setzen.
Der offene Brief wendet sich an alle Bürgermeister:innen Deutschlands, wurde vom Umweltinstitut München initiiert und bundesweit von mehr als 200 zivilgesellschaftlichen Gruppen unterzeichnet, unter anderem von KlimaLautern.
Jede Kommune in Deutschland muss in den kommenden Jahren eine Wärmeplanung erstellen, in der die Kommune in Wärmenetzgebiete, Gebiete mit dezentraler Versorgung und Wasserstoffnetzgebiete eingeteilt wird. Die Stadt Kaiserslautern muss bis spätestens 2026 eine solche kommunale Wärmeplanung vorlegen. Aktuell arbeitet die Verwaltung an der Erstellung des kommunalen Wärmeplans. Hierzu hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am 11.12.2023 das Mandat erteilt. Nach aktuellem Stand sei es dabei nicht geplant, Wasserstoffnetze in der kommunalen Wärmeplanung Kaiserslauterns auszuweisen.
KlimaLautern begrüßt den aktuellen Kurs der Stadt Kaiserslautern, im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung nicht auf die Scheinlösung Wasserstoff zum Heizen zu setzen. Wir hoffen, dass sich durch den offenen Brief alle Kommunen Deutschlands von der Idee, Wasserstoff zu verheizen, abwenden. Grüner Wasserstoff bleibt ein sehr rares und teures Gut. Während die Gaslobby in Kommunen dafür wirbt, einen Großteil der bestehenden Gasnetze auf Wasserstoff umzustellen, drohen uns Verbraucher:innen dadurch hohe Kosten.
Die kommunale Wärmewende muss im Interesse der Bürger:innen und der Stadt vorangetrieben werden, das heißt, es braucht einen zuverlässigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Wärme!
Während Gaslobbyverbände wie „Zukunft Gas“ hohe Verfügbarkeiten und niedrige Wasserstoffpreise in der Zukunft versprechen, zeigt ein breiter Konsens in Wissenschaft und Verbraucherschutz, dass Wasserstoff langfristig knapp und teuer bleiben und nicht für die Wärmeversorgung ausreichen wird, da die Herstellung sehr energieintensiv ist und er in der Chemie- und Stahlindustrie dringend gebraucht wird. Ein Vergleich der Gesamtkosten fürs Heizen mit Wasserstoff oder mit einer handelsüblichen Wärmepumpe ergab etwa doppelt so hohe Heizkosten bei der Wasserstoffheizung. Investitionen in Wasserstoff für die Wärmeversorgung drohen somit zur Kostenfalle zu werden.
Auch bei der Fernwärmeerzeugung sollte Wasserstoff nur dann eingesetzt werden, wenn andere Energieträger bereits ausgelastet sind. Dabei sollte Wasserstoff nur zur Abdeckung der Spitzenlast an Tagen mit besonders hohem Wärmebedarf genutzt werden.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung der Umweltverbände zum offenen Brief:
Brief an die Bürgermeister:innen. Der Brief im Originaltext: https://umweltinstitut.org/wp-content/uploads/2024/03/Offener-Brief_Kostenfalle-Wasserstoff_05.pdf
Hintergrund Wasserstoff in der kommunalen Wärmeplanung. Viele Kommunen planen, teuren Wasserstoff ineffizient zu verheizen. Warum das keine gute Idee ist, erklärt das Umweltinstitut München hier: https://umweltinstitut.org/energie-und-klima/wasserstoff/kein-wasserstoff-waermeplanung/
Pressemitteilung der Stadt zur kommunalen Wärmeplanung aus dem Dezember 2023:
Auswertung der Befragung zum Geh- und Radverkehr von KlimaLautern am Klimatag 09.09.2023
Am 09.09.2023 beim ersten Lautrer Klimatag fragten wir: „Wo geht ihr besonders gerne zu Fuß oder fahrt mit dem Fahrrad? Wo gibt es Probleme?“ Anhand einer Stadtkarte gab es die Möglichkeit, Gefahrenstellen und Positivbeispiele zu markieren und zu kommentieren. Besonders viele Rückmeldungen erhielten wir dabei zur Radverkehrsinfrastruktur. Nun wundert ihr euch, was eigentlich daraus geworden ist? Nach dem Klimatag war die Arbeit für uns noch nicht erledigt. Wir haben uns hingesetzt, die Ergebnisse digitalisiert und alles in einer ausführlichen Auswertung niedergeschrieben. Dabei haben wir die Kommentare um Erläuterungen und weitere Informationen ergänzt. Zusätzlich haben wir uns viele Situationen vor Ort angeschaut und auf Fotos festgehalten. An anderen Stellen haben wir Google Street View genutzt.

Mit diesem fertigen Dokument trafen wir uns schließlich mit dem Beigeordneten Manuel Steinbrenner, der für das Dezernat IV (hierzu gehören u. a. die Referate Umweltschutz, Bauordnung, Tiefbau und Grünflächen) zuständig ist, und der Radverkehrsbeauftragten der Stadt Kaiserslautern Julia Bingeser, tauschten uns aus und überreichten ihnen die Ergebnisse der Befragung. Dabei nahmen sie sich viel Zeit für unser Anliegen und man merkte, dass ihnen die Verbesserung und Attraktivität des Geh- und Radverkehrs in Kaiserslautern am Herzen liegen. Aufbauend auf persönlichen Erfahrungen aller Anwesenden als Radfahrende sowie den in der Befragung geschilderten Gefahrenstellen wurde über Hindernisse, Lösungsansätze und Möglichkeiten zur Mitwirkung diskutiert. Frau Bingeser kündigte für 2024 ein Geoportal an, in dem umgesetzte Maßnahmen in Kaiserslautern dargestellt werden sollen, um Fortschritte sichtbar zu machen. Man war sich einig, dass die Infrastruktur attraktiver gestaltet werden sollte und die Vorteile aktiver Mobilität stärker betont werden müssen. Anwesend waren außerdem Gundula Zilm, Redakteurin der Regionalzeitung Rheinpfalz und ebenfalls überzeugte Radfahrerin, sowie Matthias Thomas von der Pressestelle der Stadtverwaltung Kaiserslautern. Den Rheinpfalz-Artikel findet ihr hier und die Pressemitteilung der Stadtverwaltung hier. Wir freuen uns sehr über diese breite Berichterstattung.

Mit unserer Arbeit möchten wir den Geh- und Radverkehr in Kaiserslautern sichtbar machen und stärken. Wir freuen uns über die positiven Entwicklungen, die die Verwaltung der Stadt Kaiserslautern bereits umgesetzt hat, wie beispielsweise die Einrichtung der Stelle der Radverkehrsbeauftragten, Rechtsabbiegergrünpfeile für Radfahrende, Planung von Fahrradstraßen, Durchführung der Aktion Stadtradeln. Doch da geht noch mehr! Wir bleiben am Ball. Und denkt immer daran, wer zu Fuß geht oder das Fahrrad nimmt, anstatt mit dem Auto zu fahren, tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit!

